Aktuelle Meldungen

Aufhebung der Stallpflicht in Nordwestmecklenburg mit sofortiger Wirkung

Stallpflicht in Risikogebieten muss vorerst bestehen bleiben

10.03.2017

Mit sofortiger Wirkung ist die Auslaufhaltung des Geflügels in weiten Bereichen des Landkreises Nordwestmecklenburg wieder möglich. Hiervon ausgenommen sind Risikogebiete in denen weiterhin nur die Stallhaltung bzw. die Haltung in einer Voliere/Schutzvorrichtung möglich ist. Zu den Risikogebieten zählen Gebiete, in denen sich bedeutende Vorkommen an wildlebenden Wat- und Wasservögel sammeln, rasten oder brüten und auch bei eingesandten verendeten Wildvögeln das Geflügelpestvirus nachgewiesen wurde.

Diese Gebiete befinden sich an der Ostseeküste von der Boltenhagenbucht bis zum Breitling, im Bereich Travemünder Bucht, Dassower See, Biosphärenreservat Schaalsee, Mechower See, Röggeliner See, Dambecker Seen, Schweriner See, Döpe und dem Neuhofer See.

Auch für gewerbliche Geflügelhaltungsbetriebe gilt weiterhin die Stallpflicht. Diese müssten eine Ausnahmegenehmigung schriftlich beantragen. 

Risikogebiete mit Stallpflicht:

  • ein  mindestens 500 m  Streifen landeinwärts der Ostseeküste vom Breitling und entlang der inneren Wismarbucht bis zur Boltenhagenbucht unter Einbeziehung aller Inseln

Betroffene  Orte und Ortsteile sind:

Hansestadt Wismar, alle Orte innerhalb der Gemeinde Insel Poel sowie Boiensdorfer Werder, Damekow, Groß Strömkendorf, Fliemstorf, Zierow, Eggerstorf, Landstorf, Hohen Wieschendorf, Niendorf, Wohlenhagen, Wohlenberg, Oberhof, Tarnewitz, Boltenhagen, Wichmannsdorf und Redewisch

  • ein Uferstreifen von mind. 500 m Breite landeinwärts im Bereich Travemünder See, Dassower See, Biosphärenreservat Schaalsee, Mechower See, Röggeliner See, Dambecker Seen, Schweriner See, Döpe und Neuhofer See

Betroffene  Orte und Ortsteile sind:

Rosenhagen, Pötenitz, Volkstorf, Benckendorf, Schwanbeck, Dassow (ausgenommen sind die nicht genannten Ortsteile und Siedlungen), Zarnewenz, Teschow, Utecht, Campow, Groß Thurow, Dutzow, Sandfeld, Klocksdorf, Dechow, Röggelin, Dambeck, Drispeth, Naudin, Wendisch Rambow, Pfarrhof, Hohen Viecheln, Bad Kleinen, Gallentin, Willigrad, Lübstorf, Hundorf und Seehof

Darüber hinaus ist die Auslaufhaltung auch nicht möglich in der Gemeinde Passee in den Ortschaften Passee, Höltingsdorf, Neu Poorstorf und Alt Poorstorf. Hier besteht noch auf Grund eines Ausbruches im Landkreis Rostock bis zum 18.März 2017 ein Geflügelpestbeobachtungsgebiet (geregelt in der Tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügung Nr. 13 vom 16.02.2017).

Nicht-Risikogebiete im Landkreis

In den nicht zu den Risikogebieten gehörenden Ortschaften des Landkreises wird die Stallpflicht für die privaten Geflügelhalter aufgehoben. Einzelanträge auf Ausnahmegenehmigungen von der Aufstallungspflicht sind hier nicht erforderlich.

Trotz der Lockerung kann von einer generellen Entwarnung aber zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch nicht gesprochen werden. Aufgrund der aktuellen Verbreitung des Geflügelpestvirus in der Wildvogelpopulation ist von einem weiterhin hohem Eintragsrisiko in die hiesigen Nutzgeflügelhaltungen auszugehen. Untersuchungen in den Ausbruchsbeständen ergaben, dass der Eintrag über kontaminiertes Material aus der unmittelbaren Umgebung wie z.B. Schuhwerk, Fahrzeuge, Gegenstände für die meisten Haltungen die wahrscheinlichste Infektionsquelle darstellt. Geflügelhaltungen mit einem Teich bzw. Bach auf  dem Grundstück, auf deren Wasserfläche sich Wildenten aufhalten,  haben dabei ein erhöhtes Risiko.

Daher hat für alle Geflügelhalter die konsequente Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen die überragende Bedeutung. Dabei geht es darum, den direkten Kontakt zu Wildvögeln- insbesondere Wasservögel und Vogelarten, die sich auch von Aas ernähren, Singvögel und Tauben zählen nicht dazu- aber vor allem auch den indirekten Kontakt mit kontaminierten Materialien zum Hausgeflügel sicher zu vermeiden. Daher gilt:

  1. Schützen Sie ihr Geflügel vor dem direktem Kontakt mit Wildvögeln. Grundstücksteiche und Bäche sind sicher aus zu zäunen. Sollte das nicht möglich sein, muss das Geflügel im Stall bzw. Voliere bleiben.
  2. Bei der Verwendung von im Freien befindlichen Wasserbecken für die Enten- und Gänsehaltung, sind diese ausreichend gegen Wildvögel abzuschirmen, z.B. durch Netze oder durch die Standortwahl.
  3. Füttern Sie Ihre Tiere nicht im Freiem, sondern im Stall bzw. an Stellen die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Dadurch soll das Anlocken von Wildvögeln verhindert werden.
  4. Tränken Sie Ihr Geflügel nicht mit Oberflächenwasser, verwenden Sie Leitungswasser. Es sollte kein Regenwasser von großen Dachflächen aufgefangen und für die Geflügelhaltung verwendet werden, insbesondere an den Orten, wo sich vermehrt Wildvogelarten aufhalten.
  5. Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung, insbesondere das Schuhzeug.
    Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf.
  6. Sichern Sie den Stallbereich gegen unbefugten Zutritt, Hunde und Katzen sind von den Ställen fern zu halten.
    Lassen Sie plötzliche erhöhte Tierverluste durch einen Tierarzt abklären bzw. informieren sie das Veterinäramt.

Der Landkreis hat mit der Tierseuchenbehördlichen Allgemeinverfügung Nr. 14 zur Bekämpfung der Geflügelpest die entsprechenden Festlegungen getroffen.

Die Allgemeinverfügung ist auf der Homepage der Kreisverwaltung unter http://www.nordwestmecklenburg.de/de/oeffentliche-bekanntmachungen.html eingestellt.

© Doerte Suhling E-Mail