Daten und Fakten zu Erneuerbaren Energien in Nordwestmecklenburg

Energiekosten

Die Energiekosten setzen sich aus den Herstellungskosten für die Produktionsanlage (Investitions- und Betriebskosten), den Brennstoffpreisen (Beschaffung, Transport und Lagerung, sowie Handel von Primärenergieträgern, wie Öl, Gas, Holz etc.) und im Einzelfall Kosten für Speicher oder Verteilung zusammen. So zahlen beim elektrischen Strom die Verbraucher die Herstellungskosten (Produktionsanlage und Brennstoff und im allgemeinen plus Kosten des Händlers) sowie Netz-(durchleitungs)-kosten (der durch den vom Verbraucher ausgewählten Stromversorger weiter gereicht wird) an die Netzbetreiber. Bei der Eigenversorgung von Wärme investiert und betreibt der Verbraucher selbst die Erzeugungsanlage (Heizung) und damit verbundene Speicher (Warmwasserspeicher) und kümmert sich selbst um den Brennstoff (Primäremergieträger).

Folgerichtig ist also der Energie-Preis (für Wärme oder Strom) abhängig vom Preis des Brennstoffs/Primärenergieträgers. Hier haben die Erneuerbaren Energien einen entscheidenden Vorteil, sowohl Wind, als auch Sonne kommen kostenfrei zur Produktionsanlage. Und Biomasse hat einen Kostenvorteil, weil sie schneller nachwächst, als fossile Energieträger. Leider sind bei den Erneuerbaren Energie meist die Investitionskosten (und Speicher/dezentrale Einspeisenetzkosten) aufgrund des Einsatzes neuerer Technologien (die Verbrennung von Öl, Gas und Holz ist technologisch seit Jahrhunderten weiterentwickelt) noch teuerer, so dass diese Gleichung (noch) nicht eindeutig für Erneuerbare Energieträger ausfällt. Im Stromsektor haben PV- und Windanlagen mittlerweile die Preisparität bei den Stromgestehungskosten erreicht, d.h. die KiloWattStunde (kWh) Strom lässt sich mit diesen Anlagen günstiger, als mit fossil betriebenen Kraftwerken herstellen.
Grafik: Zusammensetzung Haushaltsstrompreis Prognose 2014; Quelle: Agentur für Erneuerbare Energien
Für die Vollkostenrechnung muss man somit die Investions-, Betriebs- und Abbau- und Neubeschaffung-Kosten auf der einen Seite betrachten. Auf der anderen Seite die Kosten für den Brennstoff (Primärenergieträger). Erst aus der Summe beider Kostenbestandteile ergibt sich ein Vergleichpreis (Gestehungskosten) für die KiloWattStunde (kWh) von Wärme oder Strom.

Im Energiebereich gibt dann zusätzlich beim Kauf Nutzenergie (Strom, Wärme, Kraftstoff) diverse Steuern und Abgaben. Hier am bekanntesten ist die EEG-Umlage. Nur zuzüglich dieses Kostenblockes ist es privaten Verbrauchern möglich Strom zu kaufen.

weitere Informationen