Übersicht über Änderungen im EEG vom 27.06.2014

Grafik: EEG Vergütungsstruktur für Neuanlagen im Jahr 2015 [(c): BMWi]
Grafik: EEG Vergütungsstruktur für Neuanlagen im Jahr 2015 [(c): BMWi]

Die Überarbeitung des EEG wurde im Juni/Juli 2014 durch den Bundestag beschlossen und ist am dem 1. August 2014 in Kraft getreten.

Den Erneuerbaren Energien wurde ein Mengenziel in einem Ausbaukorridor zugewiesen. (Jeweils dahinter die höchst möglichste Vergütungsvariante)

  • Solarenergie: jährlicher Zubau von 2,4 bis 2,6 Gigawatt (brutto), mit einer Anfangsvergütung von 12,75 Cent je kWh, bei Wahl des Marktprämienmodells (über 500 kWp Leistung verpflichtend) von 13,15 Cent je kWh.
  • Windenergie an Land: jährlicher Zubau von 2,4 bis 2,6 Gigawatt (netto), mit einer Anfangsvergütung von 8,9 Cent je kWh, gilt für alle Anlagen, welche nach dem 23. Januar 2014 genehmigt wurden. Das Repowering fällt nicht unter die Deckelung.
  • Windenergie auf See: Installation von 6,5 Gigawatt (Reduktion von 10 GW) bis 2020 und 15 Gigawatt bis 2030, mit einer Anfangsvergütung von rund 18 Cent je kWh.
  • Biomasse: jährlicher Zubau von ca. 100 Megawatt (brutto). Abfall- und Reststoffverwertung in neuen Anlagen. Vergütungshöhen durch Wegfall von Boni reduziert. So beträgt die Anfagsvergütung fürStrom aus Biomasse im Sinne der Biomasseverordnung nun 13,66 Cent je kWh,
    • Strom aus Biogasanlagen mit Bioabfällen nun 15,26 Cent je kWh,
    • Strom aus Biogasanlagen mit Gülle 23,73 Cent je kWh 
    • Bei Überschreitung des Ausbaudeckels, gibt es für alle zu viel gebauten Anlagen in den einzelnen Korridoren weniger Geld.

Das Vergütungsmodell wird in ein Ausschreibungsmodell umgebaut. Ab 2015 werden in einer Pilotphase die Betreiber von PV-Freiflächen-Anlagen über Ausschreibungen ermittelt, damit soll sich je Technologie die jweils günstigste Form der Energieerzeugung durchsetzen.

Ein weiterer Schritt ist die Marktintegration der Erneuerbaren Energien, damit die Pflicht zur Direktvermarktung. Diese wird schrittweise eingeführt:

  • ab 1. August 2014: für alle Neuanlagen ab einer Leistung von 500 Kilowatt,
  • ab 1. Januar 2016: für alle Neuanlagen ab einer Leistung von 100 Kilowatt.

Es bleiben die Ausnahmen für stromintensive Unternehmen mit einer reduzierten EEG-Umlage bestehen, beschränkt auf Branchen mit hohen Stromkosten und im harten internationalen Wettbewerb. Diese besonderen Ausgleichsregelungen betrifft 2 000 Unternehmen.

Der Eigenverbrauch von Erneuerbaren Strom wird nun mit einer EEG-Umlage belastet, auch Sonnensteuer genannt. Umlagefrei bleiben Kraftwerkseigenverbräuche und die stromintensive Industrie und ebenso Kleinerzeuger mit kleinere Anlagen bis zehn Kilowatt, die jährlich höchstens zehn Megawattstunden selbst verbrauchen. Alle weiteren werden bis Ende 2015 mit 30 Prozent, 2016 dann 35 Prozent und ab 2017 mit 40 Prozent der EEG-Umlage belastet, was heute ungefähr 2,5 Cent je kWh entspricht.

In einem Plan, der 10-Punkte-Energie-Agenda sieht das Wirtschaftsministerium die Überarbeitung des EEGs Anfang 2016 vor, um die technologiespezifischen Ausschreibungen zu regeln.

weitere Informationen