Haltung von Wildtieren

Tiere wild lebender Arten werden in Zoos und Tiergehegen gehalten.
Bei der Errichtung und dem Betrieb dieser Einrichtungen sind fachliche und rechtliche Anforderungen zu beachten, die sich insbesondere aus dem Naturschutz-, Bau- und Tierschutzrecht ergeben.

Tiergehege

sind dauerhafte Einrichtungen (eingezäunte Flächen, Volieren etc.), in denen Tiere wild lebender Arten außerhalb von Wohn- und Geschäftsgebäuden während eines Zeitraums von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden. Betroffen sind alle Arten, die in der freien Natur vorkommen, unabhängig davon, ob diese in Menschenhand gehalten werden oder nicht.

Die landwirtschaftliche Haltung von Dam- oder Rotwild auf landwirtschaftlich genutzten Flächen, Wildgatter sowie Anlagen der Teichwirtschaft und Fischzucht sind keine Tiergehege.

Die Errichtung, Erweiterung, wesentliche Änderung und der Betrieb eines Tiergeheges sind der unteren Naturschutzbehörde mindestens einen Monat im Voraus anzuzeigen (§ 43 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz).
Das Halten von Hunden, Katzen, Schafen, Ziegen, Pferden, Rindern, Hühner sowie Hausgänsen und -enten muss nicht bei der unteren Naturschutzbehörde angezeigt werden.

Mit der formlosen Anzeige über die geplante Errichtung und den Betrieb eines Tiergeheges sind folgende Unterlagen einzureichen:

Angaben zum Betreiber und Gehegestandort

  • Name, Anschrift und Telefonnummer der verantwortlichen Person (Betreiber des Tiergeheges)
  • Angaben (ggf. Nachweis) zur Sachkunde des Betreibers
  • Übersichtsplan mit Standort des Geheges
  • Lageplan (Maßstab: 1:500/1:1.000) mit folgenden Darstellungen: Verlauf der Einfriedungen, Unterteilungen des Geheges, bauliche Anlagen (Gebäude, Ställe, Unterstände, Schutzhütten, Futterstellen, Tränken etc.)
  • Eigentumsverhältnisse (bei Pachtflächen Zustimmung des Grundstückseigentümers)
  • Wenn Tiere gehalten werden sollen, die dem Menschen lebensgefährlich werden können (z. B. Strauße), ist ein polizeiliches Führungszeugnis vorzulegen

Betriebsbeschreibung

  • Angaben zu der/den Tierart/-en, die gehalten werden soll/-en: genaue Artbezeichnung, Anzahl männlicher und weiblicher Tiere
  • Angaben zur verhaltensgerechten Unterbringung der Tiere (u. a. Größe des Geheges, Gestaltung des Geheges, Zahl der zu haltenden Tiere, bezogen auf ein artspezifisches Sozialverhalten)
  • Angaben zur artgerechten Ernährung und Pflege der Tiere einschließlich vorbeugender Maßnahmen gegen Tierseuchen
  • Angaben zur Vermarktung und Verwertung der Tiere (z. B. Verbleib von Jungtieren)
  • Angaben zum Umgang mit geschützten Arten (soweit betroffen), Art der Bestandsdokumentation und Kennzeichnungsform
  • Maßnahmen, die dem Entweichen von Tieren vorbeugen
  • Angaben zur tierärztlichen Betreuung
  • Begrünungsplan (soweit geplant).

Von der unteren Naturschutzbehörde werden die Unterlagen der unteren Bauaufsichtsbehörde und der Veterinärbehörde zur Prüfung übergeben. Abhängig vom Einzelfall wird auch die Beteiligung der Wasserbehörde oder des Forstamtes erforderlich.

Tiergehege sind so zu errichten, dass

  • die art- und tiergerechte Haltung der Tiere gewährleistet ist
  • die Pflege der Tiere der guten veterinärmedizinischen Praxis entspricht
  • die Vorschriften des Tier- und Artenschutzes beachtet werden
  • weder der Naturhaushalt noch das Landschaftsbild beeinträchtigt werden
  • das Betreten von Wald und Flur sowie der Zugang zu Gewässern nicht in unangemessener Weise eingeschränkt wird.

Sollten Sie noch Fragen zur Errichtung und zum Betrieb eines Tiergeheges haben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Ansprechpartner  in Verbindung.

Zoos

sind dauerhafte Einrichtungen, in denen Tiere wild lebender Arten zwecks Zurschaustellung während eines Zeitraums von mindestens sieben Tagen im Jahr gehalten werden. Nicht als Zoo gelten Zirkusse und Tierhandlungen. Auch Gehege zur Haltung von nicht mehr als fünf Arten von Schalenwild, das im Bundesjagdgesetz aufgeführt ist, oder Einrichtungen, in denen nicht mehr als 20 Tiere anderer wild lebender Arten gehalten werden, sind keine Zoos.

Die Errichtung, Erweiterung, wesentliche Änderung und der Betrieb eines Zoos bedarf der Genehmigung (§ 42 Abs. 2 Bundesnaturschutzgesetz).
Der Antrag zur Genehmigung eines Zoos ist bei der unteren Naturschutzbehörde zu stellen, die über den Antrag entscheidet (§ 23 Abs. 2 Naturschutzausführungsgesetz). Die Zoogenehmigung schließt u. a. die Baugenehmigung und die notwendigen tierschutz- und tierseuchenrechtlichen Entscheidungen mit ein.

Für Zoos sind im § 42 Abs. 3 Bundesnaturschutzgesetz eine Reihe von Voraussetzungen formuliert worden, die erfüllt werden müssen, um eine Zoogenehmigung erteilen zu können. Wenn Sie die Absicht haben, einen Zoo zu errichten und zu betreiben, setzen Sie sich bitte mit Ihrem Ansprechpartner in Verbindung.
Bezogen auf den Einzelfall wird dann unter Einbeziehung der zu beteiligenden Behörden (u. a. Bau- und Veterinärbehörde) festgelegt, welche Antragsunterlagen vorzulegen sind.

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Herr Dr. Podelleck
SB Artenschutz, Eingriffsregelung
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