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11.CAP-ARCONA-Gedenktour als Brückenschlag des Gedenkens und des Erinnerns

Traditionelle Gedenktour für die Opfer der Schiffskatastrophe vom 3.Mai 1945 von Grevesmühlen nach Groß Schwansee

08.05.2017
Landrätin Kerstin Weiss und Organisator Hugo Rübesamen geben den Start für die Gedenktour frei
Landrätin Kerstin Weiss und Organisator Hugo Rübesamen geben den Start für die Gedenktour frei

 

115 Radfahrerinnen und Radfahrer im Alter von 11 bis 83  haben sich am Morgen des  6.Mai an der CAP-ARCONA- Gedenkstätte  in Grevesmühlen eingefunden, um nach den Worten des Gedenkens von Landrätin Kerstin Weiss, Hugo Rübesamen, Sprecher des Förderkreises CAP -ARCONA-Gedenken und Bürgermeister Lars Prahler an der 11. CAP-ARCONA-Gedenktour von Grevesmühlen nach Groß Schwansee teilzunehmen. Die Grevesmühlener Gedenkstätte am Tannenberg ist ebenso  wie das schlichte Birkenkreuz am Strand von Groß Schwansee ein Ort für die Opfer und somit ein Ort des Erinnerns, des Mahnens und des Gedenkens. „Zwar trifft uns keine Schuld an dem, was während  des 2.Weltkrieges passiert ist. Aber  wir verneigen uns voller Ehrfurcht vor den Opfern und sind gemeinsam in der Verantwortung, damit sich das Geschehene niemals wiederholt“, betonte Landrätin Kerstin Weiss. Sie gab dann gemeinsam  mit Hugo Rübesamen  an der Malzfabrik  den Start  für die Tour frei. Zu denen, die mit ihrer Teilnahme ein deutliches Zeichen gegen das Vergessen setzen  wollten, gehörten auch der 1.Stellvertreter der Landrätin, Mathias Diederich sowie sein Vorgänger Gerhard Rappen.

Was war vor  72 Jahren am 3.Mai  1945 in der  Lübecker Bucht passiert? Wenige Stunden vor Kriegsende sanken drei Schiffe mit 9000 KZ-Häftlingen an Bord- die CAP ARCONA, die THIELBECK und die ATHEN, weil sie von britischen Flugzeugen beschossen wurden. Die Briten hatten die Schiffe als Marineschiffe ausgemacht.  Fast 7000 Menschen kamen zu Tode – sie verbrannten, ertranken oder  wurden bei ihren Rettungsversuchen im Wasser oder an Land erschossen. Für die angeschwemmten Toten fanden  407 Opfer  zunächst  ihre letzte Ruhestätte in einem Massengrab in der Nähe von Groß Schwansee- gekennzeichnet mit einem bescheidenen Birkenkreuz. Das Massengrab wurde Mitte der 50iger Jahre aus politischen Gründen aus dem früheren Grenzgebiet in die damalige Kreisstadt Grevesmühlen  verlegt. Die Stadt  Grevesmühlen möchte die  heutige  denkmalgeschützte Grabanlage sanieren, nur ist  die Finanzierung von etwa 400 000 Euro noch nicht  gesichert. „Wir  wollen hierbei behutsam vorgehen“, versicherte  Lars Prahler. Später sollen Info-Stelen an die Geschehnisse vom 3.Mai 1945 erinnern.

Von den Teilnehmern gab es  übrigens  viele anerkennende  Worte für die gute Organisation der  Gedenktour.

 

 

 

© Petra Rappen E-Mail

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