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Allgemeine Informationen zur Geflügelpest

18.11.2016

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit (FLI), hat eine neue Risikoeinschätzung zum Eintrag der hochpathogenen aviären Influenza (HPAI; Geflügelpest) des Subtyps H5 durch Wilvögel nach Deutschland vorgelegt. Aus Russland und Kasachstan wurde seit Juli 2020 über eine Reihe von Nachweisen von Influenzaviren des Subtyps H5N8 in Wildvögeln und Geflügelhaltungen berichtet. Ähnliche Ausbruchsserien in derselben Region wurden 2005 (HPAI H5N1) und 2016 (HPAI H5N8) beobachtet, denen dann epidemische Ausbreitungen der Erreger in Ost- und Mitteleuropa folgten.

Die neuen Nachweise liegen auf Zugrouten von migrierenden Wildvögeln aus dem Brutgebiet in Sibirien nach Osteuropa. Der Vogelzug ist derzeit in vollem Gange und die Dichte der Wildvogelpopulationen in Rastgebieten wird nach Aussage des FLI in den kommenden Wochen zunehmen. Diese Bedingungen begünstigen die Virusübertragung und Ausbreitung. Das Risiko eines Eintrags von HPAIV nach Europa und Deutschland im Laufe des Herbstes oder Winters wird dementsprechend als hoch eingestuft. Da der Vogelzug in den nächsten Wochen seinen Höhepunkt erreichen wird, empfiehlt das FLI eine erhöhte Wachsamkeit gegenüber Wildvogel-Totfunden und eine Überprüfung der Biosicherheitsmaßnahmen in den Geflügelhaltungen.

Für die hiesigen Geflügelhalter gilt es daher die bestehenden Biosicherheitsmaßnahmen strikt einzuhalten.

Hierzu zählen:

  • Es ist sicherzustellen, dass ein Kontakt der Hausgeflügelbestände zum Wildvogelbestand unterbunden wird. Das Geflügel darf keinen Zugang zu Gewässern, möglichen Überschwemmungsflächen oder anderem Oberflächenwasser haben. Überflutete Stellen oder andere Gewässerflächen wie z.B. Hofteiche sind sicher auszuzäunen.
  • Das Geflügel darf nur an Stellen gefüttert werden, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Es darf nicht mit Oberflächenwasser, zu denen Wildvögel Zugang haben, getränkt werden.
  • Es ist eine strikte Trennung zwischen Straßen-und Stallkleidung zu gewährleisten. Insbeson­dere ist für den Stall- und Pflegebereich eigenes Schuhzeug zu verwenden.
  • Futter, Einstreu und alle Geräte zur Versorgung und Pflege der Geflügelbestände sind für Wildvögel unzugänglich aufzubewahren.
  • Bei der Verwendung von im Freien befindlichen Wasserbecken für die Enten- und Gänsehaltung, sind diese ausreichend gegen Wildvögel abzuschirmen, z.B. durch Netze oder durch die Standortwahl.
  • Hunde und Katzen sind vom Geflügel und den Ställen fernzuhalten.
  • Plötzliche Erkrankungen und gehäufte Todesfälle sind unverzüglich durch einen Tierarzt abklären zu lassen.

Die vollständige Risikoeinschätzung und weitere Informationen zum Seuchengeschehen finden Sie auf der Webseite des Friedrich-Loeffler-Instituts:

www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

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