Aktuelle Meldungen

Die Arbeit der Unfallkommission und das Unfallgeschehen in NWM in 2017

Verkehrssicherheit und Prävention

15.05.2018
Sybille Hofmann, Leiterin der Polizeiinspektion Wismar und Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin, bei der Präsentation der Unfallstatistik 2017

Die Polizeiinspektion Wismar und der Landkreis Nordwestmecklenburg luden gestern zu einer gemeinsamen Pressekonferenz ein. Das Thema: das Unfallgeschehen auf den Straßen im Landkreis und der Hansestadt Wismar in 2017 mit fundierten Statistiken und Belegen und ein Bericht zur intensiven Arbeit der Unfallkommission.

Erfolgreiche Zusammenarbeit

Die Arbeit der Unfallkommissionen ist ein wesentlicher Bestandteil zur Verbesserung der Verkehrssicherheit in Nordwestmecklenburg. Die Bekämpfung von Unfallschwerpunkten im Rahmen der örtlichen Unfall­untersuchung ist eine gemeinsame Aufgabe von Polizei, Straßenverkehrs- und Straßenbau­behörden. Was tun die einzelnen Behörden? Die Mitglieder der Kommission im Landkreis treffen sich zweimal im Jahr. Gemeinsam mit Vertretern der Polizei werden Unfallschwerpunkte ausgemacht und analysiert sowie an der Entschärfung dieser „Brennpunkte“ gearbeitet. Mögliche Maßnahmen zur Realisierung der Verkehrssicherheit sind Kontrollen, bauliche Veränderungen an den Straßen oder das Aufstellen von Ampeln, so Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin.

Übersicht der aktuellen Unfallhäufungen

Präsentation zur Verkehrslage 2017 der Polizeiinspektion Wismar als PDF

Unfallschwerpunkte, Analysen und Maßnahmen

Aktuell existieren 19 Stellen im Landkreis, an denen sich Unfälle häufen und die im besonderen Fokus der Unfallskommission stehen. Maßnahmen werden unter anderem zwischen der B 106 und Bad Kleinen getroffen. Dort soll demnächst deshalb die zulässige Höchstgeschwindigkeit von momentan 100 auf dann 80 km/h gesenkt werden. Auf der Insel Poel ist bereits eine Tempobeschränkung umgesetzt worden, sodass zwischen Niendorf und Fährdorf nun eine Höchstgeschwindigkeit von 80 km/h gilt. Aktiv wird der Landkreis auch auf der Bundesstraße 104 / L 01 in Schönberg Richtung Ratzeburg. In Höhe des Betonwerkes hat es dort in den vergangenen Jahren immer wieder schwere Unfälle gegeben, berichtet Peter Barkowski, Leiter für Straßenverkehr und Führerscheinwesen beim Landkreis. Hier werden ein Stoppschild und eine Haltelinie auf der Fahrbahn eingerichtet, langfristig soll hier eine Ampelanlage aufgebaut werden. Alle Unfallschwerpunkte werden generell über eine längere Zeit beobachtet und Konsequenzen daraus zielführend entzwickelt. Stellen, die drei Jahre hintereinander nicht mehr auffällig sind, werden von der Liste gestrichen. Auch hier bestätigten die Beteiligten der Unfallkommission eine enge und sehr positive Zusammenarbeit im Rahmen der Unfallkommission.

Aktuelle Statistik

Insgesamt konnte bei der Vorstellung der Statistiken ein positiver rückläufiger Trend und eine geringere Zahl an Verunglückten und Schwerverletzten festgestellt werden. Die Zahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer liegt in 2017 bei 654. Im Vergleich dazu gab es  in 2015 778 und  in 2016 767 verunglückte Verkehrsteilnehmer.

Interessant auch: entgegen der häufig medialen Beobachtung, die meisten Unfallverursacher wären ältere Menschen, machen den größten Anteil der Unfallverursacher diejenigen in der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre aus. Menschen, die keine klassischen Fahranfänger sind, häufig im Berufsleben stehen und unter Umständen viel pendeln und viel unterwegs sind, so Hofmann.

Aufklärung und Vorbeugung

Die Polizei hat den Kontrolldruck erhöht und viele Präventionsveranstaltungen im vergangenen Jahr durchgeführt, betont Sybille Hofmann, Leiterin der Polizeiinspektion Wismar bei der Präsentation der Unfallstatistik 2017. Eine Entwicklung, die dennoch mit Sorge betrachtet wird: in diesem Jahr gibt es bereits 31 Verkehrstote landesweit, vier davon in Nordwestmecklenburg, darunter zwei Kinder. Wie wird sich die Jahresbilanz weiter entwickeln und welche Konsequenzen müssen sich daraus ergeben?

Neben überhöhter Geschwindigkeit sind die Hauptunfallursachen für Verkehrsunfälle und Verkehrstote Fehler beim Abbiegen und Überholen sowie das Fahren unter Alkoholeinfluss. Einen Fokus bei der Präventions- und Kontrollarbeit legt die Polizei nun verstärkt auf „falsches Überholen“ und Handynutzung, wobei die Kontrollen hier sehr schwierig und nur personalintensiv angegangen werden können.

Hauptunfallursachen beeinflussbar

Da die meisten Hauptunfallursachen durch Verkehrteilnehmende beeinflussbar sind, will die Unfallkommission auch weiterhin daran arbeiten, eine langfristige Verhaltensänderung bei allen Verkehrsteilnehmenden zu erzielen. Durch Messungen und Kontrollen sowie Aufklärung und Öffentlichkeitsarbeit könne dies gelingen. Vor kurzem ist deshalb eine neue Kampagne ins Leben gerufen worden. Ihr Motto: Fahren. Ankommen. Leben! Wir blitzen für Ihr Leben gern.

Einen Ausblick auf einen nächsten Arbeitsschwerpunkt geben die Mitglieder der Unfallkommission ebenfalls: leicht zugenommen hat im Kreis die Zahl der Unfälle mit Wild, 2016 waren es noch 1614, im Jahr 2017 dann schon 1686. Welche Maßnahmen hier eine verbesserte und sichere Verkehrssituation erzielen können, soll in einer nächsten Sondersitzung der Kommission beraten werden.

© Wiebke Reichenbach E-Mail

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