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Gelungener Tag des offenen Denkmals 2018

"Entdecken, was uns verbindet"

10.09.2018
Wohnen im Gutshaus © LK NWM

Im Gutshaus Ganzow bei Gadebusch eröffnete Landrätin Kerstin Weiss den diesjährigen Tag des offenen Denkmals für den Landkreis.

„Mit dem jährlich thematisch gestalteten Tag nutzen wir in unserer Region gern die Möglichkeit, Interessantes aus unterschiedlichen Bereichen der Denkmalpflege öffentlich zu zeigen und für den sorgfältigen Umgang mit unseren Denkmalen zu sensibilisieren. Die Denkmalpflege ist in besonderer Weise auf das persönliche Engagement  der Eigentümer angewiesen. Am Tag des offenen Denkmals  werden zudem Stätten der Erinnerung zu Stätten der Begegnung. Genauso erleben wir es hier und heute“, betonte die Landrätin.

Das Gutshaus Ganzow ist eine ganz besonderes Denkmal. Es ist nämlich die größte Dreiflügelanlage in Fachwerkbauweise aus der Mitte des 18. Jahrhunderts im ländlichen Raum Mecklenburg-Vorpommerns und stellt ein einzigartiges Bau- und Kulturdenkmal dar. 1756 erbaut, gehört es zu einem der wenigen erhalten gebliebenen Gutshäuser des Spätbarock. Um 1820 wurde das Gut in eine Domäne umgewandelt und bis 1945 verpachtet. Danach war das Gutshaus bis 1990 Konsum, Eiersammelstelle, Post, Kneipe und Wohnung für sechs Mietparteien. 2007 begann die denkmalgerechte Restaurierung und Sanierung des Herrenhauses und des kleinen Parks.

Die Eigentümer Jan Träbing und Sönke Borgwardt, die das Gutshaus übrigens in eine Anzeige  entdeckten, sind persönlich auf das Engste mit ihrem Gutshaus verbunden. Sie führten und führen geduldig und  immer optimistisch die Arbeiten selbst aus. Und wie resümieren sie die ganze Arbeit in Ganzow? Kurz und knapp mit dem aussagekräftigen Satz: „Man muss sich täglich 1000 Mal bücken…Und fertig  wird man nie, denn alles was fertig ist, muss gepflegt werden.“ Vorgefunden hatten die beiden viele Spuren von Vandalismus.

Viel Unterstützung erhielten sie von den Dorfbewohnern. Diese reichte von Erdarbeiten bis zum Kuhmist  für den Putz, von küchenfertigen Hühnern bis zum warmen Mittagsessen. Zu den Konzerten unterstützen sie mit Suppen und Kuchen in den Pausen…

Durch öffentliche Konzerte wurde hier wieder ein Ort der Begegnung der Dorfbewohner geschaffen. Früher traf man sich in der Kneipe oder im Konsum. Ein Ort der Begegnung ging dann in der Nachwendezeit verloren. Und die Musik verbindet die Menschen — nicht nur die Dorfbewohner untereinander. Das Stammpublikum reist aus Schwerin bis Kiel und Berlin an

Und Gutshaus Ganzow verbindet nicht nur über die Landesgrenzen — sondern auch interkontinental: So wurde im Jahr 2015 im Herrenhaus eine internationale Hochzeit gefeiert.

© Wiebke Reichenbach E-Mail

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