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GRENZHUS Schlagsdorf sucht Zeitzeugen zum Gebietsaustausch 1945

Für eine Ausstellung mit Film- und Fotoaufnahmen sucht das GRENZHUS in Schlagsdorf Menschen, die den Gebietstausch 1945 miterlebt haben und davon berichten können.

14.02.2020
Jochen Friedrich und U. Koglin. Aufnahme A. Wagner P1020224 ©Grenzhus Schlagsdorf

Für eine Ausstellung mit Film- und Fotoaufnahmen sucht das GRENZHUS in Schlagsdorf Menschen, die den Gebietstausch 1945 miterlebt haben und davon berichten können.

Gebiete wurden neu geordnet

Zum 1. Juli 1945 nahmen die alliierten Truppen die vorgesehenen Besatzungszonen ein. Von nun an bildete die historische Trennlinie zwischen dem Land Mecklenburg und der preußischen Provinz Schleswig-Holstein die Demarkationslinie zwischen sowjetischer und britischer Besatzungszone. Doch diese Linie wurde noch einmal korrigiert. Die Briten baten die Russen um einen Gebietsaustausch, da ihre Gebiete östlich vom Schaalsee für sie nur schwer erreichbar waren. Die Generäle Colin Muir Barber (1897-1964) und Nikolai Grigorjewitsch Ljaschtschenko (1910-2000) unterzeichneten ein Abkommen am 13. November 1945. Auf dieser Grundlage wechselten die Dörfer Dechow, Thurow sowie mehrere Ortschaften um Lassahn von der britschen in die sowjetische Besatzungszone. Umgekehrt rückten Römmnitz, Bäk, Mechow und Ziethen von der sowjetischen in die britische Besatzungszone. Dieser Gebietsaustausch hatte kurz- und langfristige Folgen für die Menschen. Viele Schaalseebauern suchten eine neue Existenz im Lauenburgischen. Vertriebene aus dem Osten besiedelten die leeren Dörfer.

Die Geschichte des Gebietsaustausches soll in einer Wanderausstellung erzählt werden. Das GRENZHUS ist an der Erarbeitung der Wanderausstellung beteiligt und sucht für die Erforschung der Vergangenheit noch Zeitzeugen, die damals den Gebietsaustausch erlebten oder als neue Einwohner in die Dörfer am Schaalsee bzw. nach Dechow und Thurow kamen.

Jochen Friedrich ist Zeitzeuge

Einen Zeitzeugen gibt es bereits: Der 1931 in Schlesien geborene Jochen Friedrich erzählte vor der Kamera von der Flucht nach Westmecklenburg. Seit 1946 lebt er in Hakendorf. Er selbst würde sich darüber freuen, Kontakt zu Alt-Hakendorfern zu bekommen, die im November 1945 das Dorf verlassen haben. Der Filmemacher Ulrich Koglin zeichnete Friedrichs Erinnerungen für die Ausstellung auf.

Menschen, die etwas über den Gebietsaustausch erzählen oder noch Fotos und andere Materialien zur Verfügung stellen können, melden sich bitte:
GRENZHUS Schlagsdorf
Tel.: 038875/ 20326 
info@grenzhus.de

 

© Christoph Wohlleben E-Mail

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