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Grußwort der Landrätin zum Weihnachtsfest ...

...und zum Jahreswechsel

23.12.2016

 

Liebe Bürgerinnen und Bürger des Landkreises Nordwestmecklenburg,

das Jahr 2016 war ein sehr bewegtes Jahr in vielerlei Hinsicht.

In Nordwestmecklenburg ist vieles geschehen, was unsere Region noch liebens- und lebenswerter macht.

Wir sind dabei uns zu wandeln, von einer Region „in der man gut Urlaub machen kann“, hin zu einer Region, in der man „gut leben, arbeiten und obendrein gut Urlaub machen kann".

Die Entwicklungstendenzen in unserem Landkreis zeigen nach oben.

Die Einwohnerzahl nimmt wieder leicht zu. Die Anzahl der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse wächst und die Arbeitslosenquote war nach 1989 noch nie so niedrig wie heute. Viele Städte und Gemeinden profitieren von steigenden Gewerbe- und Einkommenssteuern.

Die Wirtschaft wächst
Positive Nachrichten aus unserem Landkreis, die uns zeigen, dass wir solide, starke, aber auch mutige Arbeitgeber in der Region haben und das die Wirtschaft wächst. Der Verkauf der Werft in Wismar an das malaysische Unternehmen Genting und die Gründung der MV-Werften-Gruppe mit ihrem Hauptsitz in unserer Kreisstadt war die überragende Nachricht im Jahr 2016. Diese Entwicklung ist ohne Frage für unsere Region und darüber hinaus zukunftsbestimmend.

Als Beispiele für die anziehende Wirtschaft möchte ich weiterhin die Erweiterung der Firma Palmberg Büromöbel (Schönberg), den Produktionsstart des Arzneimittelherstellers AqVida, den Bau des „Hauses der Ingenieure“ bei EUROIMMUN (beide Dassow) sowie die Einweihung des neuen Saatzuchtgebäudes der Norddeutschen Pflanzenzucht Hans-Georg Lembke KG in Malchow (Insel Poel) nennen.

Der Landkreis profitiert von einer sehr guten Infrastruktur (A 14, A 20, Seehafen), der Nähe zu den Oberzentren Schwerin, Lübeck und Rostock sowie der unmittelbaren Nähe zur Ostsee und der Mitgliedschaft in der Metropolregion Hamburg.

Positives Signal: Breitbandausbau
Eine große Signalwirkung haben ebenso die Fördermittel des Bundes für den Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg in Höhe von rd. 117 Millionen Euro. Damit ist in den unterversorgten Gebieten des Landkreises der Ausbau des schnellen Internets mit mindestens 50 Mbit/s flächendeckend gesichert. In der Kreisverwaltung wird derzeit engagiert an der Umsetzung gearbeitet.

Auf dem Weg zu einer hauptamtlichen Wirtschaftsförderung des Landkreises sind wir ein großes Stück vorangekommen und der neue hauptamtliche Geschäftsführer für die Wirtschaftsfördergesellschaft wird im Frühjahr seine Tätigkeit aufnehmen. Die wichtigste Aufgabe dieser Gesellschaft wird es sein, eine Wohlfühlatmosphäre für unsere Unternehmen zu schaffen, die entweder schon hier ansässig sind oder dies noch werden wollen. Und es geht um ein intensiveres Standortmarketing.

Der zum 1. Januar 2016 eingeführte neue Nahverkehrsplan ist ein lernendes Konzept. Ein besseres und attraktiveres Angebot für unseren doch überwiegend ländlich strukturierten Kreis ist mit dem neuen Taktnetz, den Verknüpfungspunkten und dem Anrufbus bereits erreicht worden. An der Wirtschaftlichkeit muss jedoch noch weiter gearbeitet werden. So gab es bereits Fahrplanveränderungen und der Kreistag hat beschlossen, einen gerechteren Tarif für den ÖPNV spätestens zum 1. August 2017 einzuführen.

Weniger Arbeitslose auf der einen Seite; eine steigende Anzahl von älteren, oft auch bedürftigen Menschen auf der anderen Seite.

Hier gilt es, soziale Gerechtigkeit walten zu lassen, um die Gesellschaft zusammenzuhalten und niemanden zu vergessen.

Dank für besonderes Engagement
Und darum kümmern sich unzählige gute Geister - ob in der Wirtschaft oder in der Kultur, ob im Bildungs-, Sport- oder im Sozialbereich, ob haupt- oder ehrenamtlich. Es ist mir ein großes Bedürfnis, allen engagierten Menschen in Nordwestmecklenburg für ihr Wirken zu danken. Sie haben einen überaus entscheidenden Anteil daran, dass in Nordwestmecklenburg „die Seele lächelt“ und sie stellen das Gemeinwohl über das Eigeninteresse. Sie sorgen dafür, dass das geschieht, was notwendig und gut ist - von der Unterstützung für die Jüngsten und die Ältesten, Hilfe für Menschen in Notlagen, Initiativen gegen Rechtsextremismus, Integration von Flüchtlingen, für Naturschutz oder gute Nachbarschaft.

Die Kulturlandschaft in Nordwestmecklenburg lebt. Ich möchte nur einige Beispiele stellvertretend für unsere vielfältigen Angebote aufzählen: die Künstlerhäuser, das Literaturhaus „Uwe Johnson“ und der Schönberger Musiksommer, der zu seiner 30.Konzertreihe im Sommer einlud und kürzlich mit dem Landeskulturförderpreis ausgezeichnet wurde. Und hätten Sie gedacht, dass in einem kleinen Dorf namens Gressow jemals eine Oper uraufgeführt wird? Im September war es in der dortigen Kirche soweit: „Ritter, Tod und Teufel“ die moderne Musikinszenierung mit Elementen aus Rock, Jazz und Musical zum 500.Jubiläum der Reformation war dort zu erleben.

Ein weiterer Höhepunkt im kulturellen Leben unseres Kreises war das Landeserntedankfest am 2.Oktober in der Gemeinde Brüsewitz. Von dem, was dort auf die Beine gestellt wurde, wird man noch lange sprechen.

Ausgeglichener Haushalt
Die Förderung von Kunst und Kultur, der freien Wohlfahrtspflege, des Sports und der Jugendarbeit bleibt auch im Entwurf des erstmals aufgelegten Doppelhaushaltes des Landkreises für 2017 und 2018 konstant. Ziel ist ein ausgeglichener Haushalt in den beiden nächsten Jahren. Von den in den letzten Jahren überwiegend positiven Jahresergebnissen, die auf die sparsame Haushaltsführung, den konsequenten Konsolidierungskurs des Landkreises, aber auch die gestiegenen Einnahmen aus der Kreisumlage zurückzuführen sind, geben wir gern noch mehr in die Städte und Gemeinden und somit an Sie alle, liebe Bürgerinnen und Bürger, zurück. Dies tun wir, indem die Kreisumlage moderat gesenkt und zusätzlich sechs Millionen Euro in den Jahren 2017 und 2018 in die Kreisstraßen investiert werden sollen. Aber auch weitere Investitionen in die Schulen des Landkreises sind im Haushaltsentwurf enthalten. Ein Schwerpunkt in 2016 war u.a. die Errichtung des Ersatzneubaus am Gymnasium in Neukloster im Wert von 895 000 Euro sowie das dort neugestaltete Chemiekabinett für insgesamt 240 000 Euro.

Mit dem Einzug in unseren Erweiterungsneubau in Wismar wie geplant Anfang Dezember gibt es für die Bürger zur besseren Orientierung in Wismar nur noch einen Standort der Kreisverwaltung in der Rostocker Straße 76. Hier haben jetzt 185 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz. Die ehemaligen Standorte in der Dr.-Leber-Straße und Hinter dem Rathaus wurden aufgegeben. Die Malzfabrik in Grevesmühlen wird auf lange Sicht voll belegt und somit ausgelastet bleiben.

Unverzichtbar: Von Achtung geprägtes Miteinander
Für Europa und die gesamte Welt war 2016 leider kein so gutes Jahr. Es sind Zeiten, in denen Terror und Krieg, Flucht und Vertreibung die Schlagzeilen beherrschen. Diese schrecklichen Ereignisse und der brutale und grausame Anschlag in Berlin vor wenigen Tagen berühren uns alle zutiefst. Unsere Gedanken sind bei den Opfern und deren Angehörigen.

Uns alle vereint, dass wir ein deutliches Zeichen setzen möchten in Richtung Menschlichkeit, Solidarität, Verständnis und Toleranz. Ein Zeichen setzen möchten gegen Hetze, Gewalt, Angstmache und Rassismus.

Wichtig für uns ist ein Miteinander, dass von gegenseitiger Achtung und von gegenseitigem Verständnis geprägt ist. Dieses Miteinander gilt es im Alltag zu pflegen und ist viel wichtiger als materieller Besitz.

In diesem Sinne lassen Sie uns enger zusammenrücken und uns lernen zu unterscheiden, wer Freund oder Feind ist - egal welcher Nationalität er ist.

Ich wünsche Ihnen eine besinnliche Weihnacht sowie Gesundheit und Zufriedenheit im neuen Jahr und uns allen vor allem
eines - Frieden.

Ihre Landrätin

Kerstin Weiss

 

© Petra Rappen E-Mail

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