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Im Ernstfall ganz vorne dabei

Bei einer Schulung brachten sich Mitglieder der „KGS“ auf den neusten Stand

07.07.2020
Hanns Roesberg und Dirk Fahrland vom Institut für Gefahrenabwehr schulten 5 Tage lang die Mitglieder der KGS. ©Landkreis NWM

Schneechaos, Überschwemmung, Zugunglück,  Großbrand oder zuletzt die Corona-Pandemie– es gibt viele Gründe aus dem der Verwaltungsstab des Landkreises zusammentreten muss. Krisenmanagement in Ausnahmesituationen ist für kein Verwaltungsmitglied Alltagsgeschäft, deshalb ist es umso wichtiger, gut vorbereitet zu sein. Das Herzstück des Krisenmanagements ist die so genannte „Koordinierungsgruppe des Verwaltungsstabes“, kurz KGS. In der ersten Juli-Woche fand eine Schulung für 10 Mitglieder der KGS im Kreistagssaal in Grevesmühlen statt.
Was ist im Krisenfall besonders wichtig, was muss zuerst passieren und wie sind die Abläufe? Um das zu erklären waren der Gründer des Instituts für Gefahrenabwehr, Hanns Roesberg, und sein Mitarbeiter Dirk Fahrland fünf Tage vor Ort. Sie hatten bereits Ende Februar ein Seminar mit den Mitgliedern des eigentlichen Verwaltungsstabes durchgeführt, der im Katastrophenfall die Entscheidungen treffen muss: Landrätin Kerstin Weiss, ihre Stellvertreter und die Leiter der beteiligten Fachdienste.

Organisation ist alles

Nun ging es aber um die Diejenigen, die so ein Gremium überhaupt arbeitsfähig machen:
Die Mitglieder der KGS sind nach Alarmierung die ersten vor Ort - egal um welche Uhrzeit - beschaffen Informationen, bauen eine Rufbereitschaft auf, bereiten alle Infos für die erste Stabssitzung auf… und sorgen auch für Kaffee und Brötchen. 22 Mitarbeiter sind insgesamt Teil der KGS, alle zwei Monate finden Ausbildungstage statt, zweimal im Jahr Übungen.
Während der Corona-Krise saßen über Monate mehrere Mitarbeiter im Schichtdienst in der Malzfabrik, verteilten Verordnungen schnell an den Verwaltungsstab und gaben Bedarfsmeldungen für Schutzausrüstung an das Land weiter. Ein Marathonlauf; bei „normalen“ Katastrophen geht es eher um Schnelligkeit:
Kevin Nehls und seine Archivkollegin Ute Kluge haben das als KGS-Mitglieder während des Hochwassers 2017 erlebt: „Nach der Alarmierung saßen wir nach einem normalen Arbeitstag bis 4 Uhr morgens im KGS-Raum und haben die Lage überwacht – anstrengend aber notwendig. Wir sind das Bindeglied zwischen der Verwaltung den Kräften des Katastrophenschutzes draußen im Einsatz.“, erinnert sich Nehls: „Frau Kluge hat mich 2015 motiviert, mich für die KGS zu melden. Ich finde es gut, wenn man sich als Verwaltungsmitarbeiter auch in solchen Situationen einbringen kann.“

Institut schult Kommunen und Unternehmen

Wie wichtig die KGS für vernünftiges Krisenmanagement ist, weiß auch Referent Hanns Roesberg: „Ich habe selbst in einer Bundesbehörde gearbeitet und Krisen mit bewältigt. 2007 habe ich das Institut für Gefahrenabwehr gegründet und biete seitdem Schulungen für Unternehmen und Verwaltungen an. Gutes Krisenmanagement funktioniert nur, wenn auf allen Ebenen bis hinunter zu den Gemeinden Menschen wissen, was im Ernstfall zu tun ist.“
Hintergrund der Übung ist auch, dass der Landkreis gerade eine Überarbeitung seiner Verwaltungsstabsordnung vornimmt, quasi einem Handbuch für den Krisenfall. Nordwestmecklenburgs oberster Katastrophenschützer Florian Haug:
„Unsere aktuelle Ordnung hat in der Vergangenheit gut funktioniert, aber es gibt immer etwas zu verbessern. Auf Schulungen wie dieser frischen die Mitglieder ihr wissen deshalb auf – es wird intensiv mit den Experten darüber gesprochen, was man optimieren und was man auch den Erfahrungen vergangener Krisen lernen kann.“

© Christoph Wohlleben E-Mail

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