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Kindeswohlgefährdung eines dreijährigen Jungen aus Grevesmühlen

25.05.2016

Der Junge war in einer Einrichtung der Jugendhilfe in Schwerin untergebracht. Die leiblichen Eltern hatten die gemeinsame elterliche Sorge. Die Eltern sind getrennt. Der Vater bekam das alleinige Aufenthaltsbestimmungsrecht im Dezember 2015 vom Familiengericht Schwerin zugesprochen. Danach nahm der Vater, der in Nordwestmecklenburg wohnt, das Kind zu sich. Der Vater nahm im Januar 2016 erstmals Kontakt zum Jugendamt des Landkreises auf und hat dort eine Beratung in Anspruch genommen. Entsprechende Angebote wurden ihm benannt. Seit dem sind dem Jugendamt des Landkreises der Vater und der Sohn bekannt.

Im Zeitraum bis Ende April 2016 gab es weitere Kontakte zwischen dem Jugendamt und dem Vater. In diesen Gesprächen ging es um die Überwindung von Bindungsschwierigkeiten und die Unterbringung in einer Kita. Die Anmeldung des Bedarfs in der Kita scheiterte an der fehlenden Mitwirkung der Mutter. Die Zustimmung derer war jedoch wegen der gemeinsamen elterlichen Sorge zwingend erforderlich. In dieser Zeit erfolgte auch ein Hausbesuch durch den zuständigen Sozialarbeiter, der den Jungen auch gesehen hat. Hierbei wurden keine Auffälligkeiten festgestellt. Ende April hat der Vater Kontakt zum Kinder-und Jugendnotdienst aufgenommen. Dieser hat den Vater beraten und eingeschätzt, dass aktuell keine Kindeswohlgefährdung vorliegt. Diese Information wurde an das Jugendamt weitergegeben.

Am 13. Mai 2016 wurde der Vater mit seiner neuen Partnerin im Jugendamt in Grevesmühlen vorstellig und wollte erneut beraten werden. Dabei bestand das Jugendamt darauf, das Kind zu sehen. Die Vorstellung des Kindes erfolgte noch am gleichen Tag. Die Inaugenscheinnahme ergab deutliche Auffälligkeiten, was umgehend zur Vorstellung des Kindes beim Kinderarzt und der dann erfolgten Krankenhausaufnahme führte. Ein lebensgefährlicher Zustand bestand nicht.

Der Krankenhausaufenthalt ist inzwischen beendet. Auf Antrag des Jugendamtes wurde den leiblichen Eltern die elterliche Sorge und dem Vater das Aufenthaltsbestimmungsrecht umgehend entzogen.

Landrätin Kerstin Weiss: "Was dem Jungen in den ersten Tages des Monats Mai widerfahren sein muss, macht mich sehr betroffen. Wir haben die Abläufe in diesem Fall mit dem Jugendamt analysiert und sind zu der Auffassung gelangt, dass der zuständige Bereich in Ermangelung konkreter Anhaltspunkte für eine akute Kindeswohlgefährdung zu keiner anderen Einschätzung hätte kommen können."

Falls es weitere Hinweise auf eine Überlastung des Jugendamtes geben sollte: Ausgebildete Sozialarbeiter sind derzeit am Arbeitsmarkt Mangelware. So kommt es vor, und das ist auch derzeit so, dass Stellen, die im Stellenplan vorhanden sind, nicht zeitnah besetzt werden können.

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