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Landrätin informiert zum aktuellen Stand Corona

Fazit von Ostern, Infektionsgeschehen und mehr

18.04.2020
Landrätin informiert zum aktuellen Stand Corona

Infektionsgeschehen (noch) ruhig

Von insgesamt 67  infizierten Personen sind akut infiziert 19 und bereits genesen 47; eine Person ist leider verstorben. Die Infektionslagelage in unserem Landkreis ist nach wie vor verhalten. Das heißt aber nicht, dass das so bleibt.
Landrätin Kerstin Weiss: „Wir hatten nach dem Osterwochenende eigentlich mit einem Anstieg der Infizierten gerechnet durch dann eintreffende Laborergebnisse. Das ist bislang ausgeblieben. Grund zur Entwarnung gibt es aber weiterhin nicht. Wir beobachten das Geschehen sehr genau.“
Insgesamt wurden in Nordwestmecklenburg bisher 1379 Abstrichtests an Verdachtsfällen durchgeführt. 87 Personen befinden sich derzeit in Quarantäne.

 

Osterfeiertage zeigen Vernunft der Bürger

Auch mit dem Osterwochenende zeigte sich die Landrätin weitgehend zufrieden: „Nachdem der Paragraf 4a der neuen Landesverordnung (das Ausflugsverbot) am Vorabend zum Karfreitag gekippt wurde, haben dennoch viele Menschen freiwillig auf Ausflüge verzichtet. Das spricht für die Vernunft der Bürger und dafür, dass die meisten die Beschränkungen für richtig halten.“

Die Polizei kontrollierte über die Ostertage an Kontrollpunkten an Autobahnabfahrten und Durchfahrtsstraßen 6.819 Fahrzeuge mit insgesamt 9.712 Personen. Dabei wurden 418 Fahrzeuge mit insgesamt 693 Personen abgewiesen. Wie ein Vertreter der PI-Wismar am Dienstag auf der Stabssitzung des Landkreises berichtet hatte, zeigten sich dabei die meisten Menschen einsichtig und drehten nach einer ersten Ansprache um.
Nur in drei Fällen hätten Ordnungswidrigkeitsverfahren eingeleitet werden müssen, weil man die Kontrollierten erneut angetroffen habe. Etwa 80 Beamte waren pro Tag im Einsatz.
Weitere Ordnungswidrigkeitsverfahren wurden bei allgemeinen Kontrollen eingeleitet. In einem Fall wurde eine Versammlung von sieben Personen aufgelöst.

 

Planungen der Bundesregierung und der MV-Plan

Nachdem das Kabinett der Landesregierung am Donnerstag die von der Bundeskanzlerin am Vorabend vorgestellten Maßnahmen für die Zeit nach dem 20. April beraten hatte, stellte unsere Ministerpräsidentin am Donnerstagabend den sogenannten „MV-Plan“ der Öffentlichkeit vor. Für uns sehr  wichtig ist das angekündigte schrittweise Hochfahren der Schulen ab dem 27. April.
Zur Unterstützung des Einzelhandels und anderer Wirtschaftsbereiche, die wieder anlaufen, soll die Notfallbetreuung in den Kindertagesstätten und Schulen erweitert werden.

Und die Verwaltungen werden wieder schrittweise für den Publikumsverkehr ab dem 27.04.2020 geöffnet werden. 

Weiterhin kann der Einzelhandel unter Auflagen wieder öffnen. Das ist für viele kleine Unternehmen eine große Erleichterung und auch ein Stück Rückkehr zur Normalität. Umso wichtiger ist es, dass wir uns alle an die weiter bestehenden Hygiene- und Abstandsregeln halten.
Uns hat bereits am Donnerstag eine Zusammenfassung der Planungen erreicht und der Verwaltungsstab hat erste Vorbereitungen eingeleitet, diese umzusetzen.
Wir erwarten Anfang kommender Woche genauere Regelungen.

Versorgung mit Schutzausrüstung

Die Versorgung mit Schutzausrüstung und vor allem FFP-2 und -3 Masken ist weiterhin ein Sorgenkind. Zwar treffen erste Zuteilungen aus der Zentralbeschaffung des Landes bereits im Kreis ein, diese bleiben aber noch weit hinter dem gemeldeten Bedarf zurück. Derzeit - bei den geringen Fallzahlen - noch kein Problem, allerdings will der Landkreis auf einen kommenden Anstieg vorbereitet sein.
„Ich bin deshalb froh, dass der Kreisausschuss weitere 400.000 Euro freigegeben hat, so dass wir nun in die Beschaffung weiterer Schutzausrüstung gehen können. Dabei werden wir aber darauf achten, die Bemühungen des Landes nicht zu behindern.“
Bereits in der letzten Woche war es der Kreisverwaltung gelungen, 4.000 FFP-2-Schutzmasken zu ordern, mit denen „Notfall-Kits“ zusammengestellt und an Pflegedienste und Pflegeheime verteilt wurden.

 

Antikörper-Testreihe in der Kreisverwaltung wird abgeschlossen

In dieser Woche wird die Antikörper-Testreihe bei Mitarbeitern der Kreisverwaltung abgeschlossen, mit der die Verwaltung Ende März auf freiwilliger Basis begonnen hatte. Bisher wurden 887 Blutproben eingesandt, hauptsächlich von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen der Kreisverwaltung und unserer Eigenbetriebe, aber auch des Jobcenters, der Sparkasse, des DRK, des evangelischen Kirchenkreises, von Amtsverwaltungen und Pflegekräften. 721 Ergebnisse liegen bereits vor; davon 708 negativ auf Antikörper und 7 positiv auf Antikörper getestete und 6 als „grenzwertig“ eingestufte Fälle. Diese 6 Fälle wurden zunächst gebeten zu Hause zu bleiben und sich für Abstrichtests anzumelden. Damit soll geklärt werden, ob eine akute Infektion vorliegt.
Die restlichen Ergebnisse sollten Anfang kommender Woche vorliegen.

Wie weiter verfahren wird und ob die Testreihe mit einigem zeitlichen Abstand wiederholt wird, um Vergleichsergebnisse über die Entwicklung zu bekommen, soll dann mit dem Kreisausschuss besprochen werden.

Die Testreihe hatte nicht nur in der Presse für große Aufmerksamkeit gesorgt. Das Bundesministerium des Innern war bereits Anfang April aufmerksam geworden und schrieb ich einer Mail an Landrätin Kerstin Weiss:
„Auch wenn die Testreihe nicht repräsentativ ist, so können Testreihen dieser Art zumindest einmal einen ersten Anhaltspunkt liefern, wie hoch die Dunkelziffer der nicht bekannt gewordenen Corona-Infektionen möglicherweise sein könnte. Es sind sicherlich nur Anhaltspunkte, aber auch diese geben Tendenzen wieder, die – bis zum Vorliegen valider epidemiologischer Daten - zur Einschätzung der Gesamtlage beitragen können Wir beobachten daher Ihre Testreihe seit deren Beginn mit großem Interesse.“

Das Robert-Koch-Institut meldete sich ebenfalls zurück , ebenso die Uni Bremen.

 

© Christoph Wohlleben E-Mail

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