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Morgen: Start der 13. CAP-ARCONA-Gedenktour

Eröffnung der neu gestalteten Gedenkstätte in Grevesmühlen

03.05.2019
Auf dem Weg zum scharfen Start an der Grevesmühlener Malzfabrik im vergangenen Jahr.

Die CAP-ARCONA-Gedenktour startet morgen in ihre 13. Auflage. An diesem Tag wird zugleich die neu gestaltete CAP-ARCONA-Gedenkstätte in Grevesmühlen der Öffentlichkeit übergeben.

Die Fahrrad-Tour verbindet traditionell die beiden CAP-ARCONA-Gedenkorte Grevesmühlen und Groß Schwansee und erinnert damit an die Opfer des Untergangs der CAP ARCONA in den letzten Kriegstagen des Jahres 1945.

Ablauf der Gedenktour

Die Teilnehmer der Tour melden sich am 4.Mai zwischen 8.30 und 10 Uhr in der Sporthalle des Gymnasiums Grevesmühlen an. Dort erfolgt auch die Vergabe der Startnummern und der Unterlagen der Tour.

Nach der Gedenkveranstaltung um 10.30 Uhr an der Gedenkstätte folgt die traditionelle Ehrenschleife durch die Stadt Grevesmühlen. Der „scharfe Start“ erfolgt dann gegen 11.30 Uhr an der Malzfabrik. Anschließend fahren die Teilnehmer ca. 30 km durch den Landkreis Nordwestmecklenburg zum Gedenkort nach Groß Schwansee, wo das Schloßgut Groß Schwansee zu einem Eintopf einlädt. Für die Teilnehmer der Tour ist um 14.15 Uhr die Rückfahrt mit NAHBUS-Sonderbussen organisiert.

Tragödie wegen Stunden von Kriegsende 1945

Im April 1945 hatte die SS etwa 10 000 Häftlinge auf manövrierunfähige Schiffe in der Lübecker Bucht verbracht. Die Schiffe waren nicht als schwimmendes Konzentrationslager gekennzeichnet. Damit stellte die SS der britischen Luftwaffe mutmaßlich eine perfide Falle. Bei der britischen Bombardierung der Schiffe starben am 3. Mai 1945 nur wenige Stunden vor Kriegsende in Norddeutschland etwa 7 000 KZ-Häftlinge aus allen Teilen Europas. Die ursprünglich in Groß Schwansee bestatteten Opfer der CAP ARCONA wurden in den 1950er Jahren nach Grevesmühlen umgebettet. Der Gedenkort in Groß Schwansee ist heute die symbolische Ruhestätte für jene 3 000 Opfer, deren Grab die Ostsee geblieben ist. Bis in die jüngste Vergangenheit werden an den Stränden Nordwestmecklenburgs sterbliche Überreste von Opfern der CAP-ARCONA-Tragödie gefunden.

Sven Schiffner, Sprecher des Förderkreises CAP-ARCONA-Gedenken, erklärt hierzu: „Der Untergang der CAP ARCONA war die größte Schiffskatastrophe in der Geschichte. Doch der Untergang war keine Naturkatastrophe, sondern ein Kriegsverbrechen, für das die SS die Verantwortung trug.“

Neu gestaltete Gedenkstätte in Grevesmühlen

Die Neugestaltung der CAP-ARCONA-Gedenkstätte erfolgte im vergangenen Jahr aus Mitteln der Europäischen Union, des Landes Mecklenburg-Vorpommern und der Stadt Grevesmühlen. Neben der Erhaltung der baulichen Anlagen stand dabei zum einen die Neuerzählung der Geschichte des Untergangs der CAP ARCONA und zum anderen die Geschichte der Gedenkstätte selbst im Mittelpunkt der Neugestaltung. Mit der CAP-ARCONA-Gedenktour wird die neu gestaltete Gedenkstätte der Öffentlichkeit übergeben. Bürgermeister Lars Prahler erklärt hierzu: „Mit der Instandsetzung und Neugestaltung wird die Stadt Grevesmühlen ihrer Verantwortung für die Gedenkstätte und für die hier Begrabenen gerecht. Und ich denke, dass wir die Geschichte der CAP-ARCONA-Tragödie so erzählen, dass es die Besucher informiert, berührt und bewegt.“

Gedenkveranstaltung am 4. Mai 2019

An der CAP-ARCONA-Gedenkstätte findet im Rahmen der Tour traditionell um 10.30 Uhr die öffentliche Gedenkveranstaltung statt. Dort besteht die Gelegenheit, Kränze und Blumen abzulegen. Als Gäste haben sich Birgit Hesse, Ministerin für Wissenschaft, Bildung und Kultur, Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin, Lars Prahler, Bürgermeister der Stadt Grevesmühlen und Sven Schiffner, Sprecher des Förderkreises CAP-ARCONA-Gedenken angekündigt.

Kerstin Weiss, Landrätin des Landkreises Nordwestmecklenburg und zugleich Vorsitzende des Förderkreises CAP-ARCONA-Gedenken hebt hervor: „Die CAP-ARCONA-Gedenktour ist Bestandteil unserer Erinnerungskultur geworden. Zugleich zeigt diese Tour, wie wichtig und kraftvoll das bürgerschaftliche Engagement in unserem Landkreis ist. Immerhin unterstützen 13 Behörden, Vereine und Unternehmen aus dem gesamten Landkreis diese wichtige Veranstaltung. Ihnen allen gilt mein ausdrücklicher Dank.“

 

 

 

© Petra Rappen E-Mail

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