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Neubeginn in Boltenhagen

Ostseebad beginnt das neue Jahr mit frischem Wind

22.01.2020
Foto ©Landkreis NWM:  (v.l.n.r.) Gemeinsam stoßen der neue Bürgermeister von Boltenhagen Raphael Wardecki, Kurdirektorin Claudia Hörl, Landrätin Kerstin Weiss, OZ-Chefredakteur Andreas Ebel, Ibero-Hotel-Chefin Miriam Meurer und der Chef der Yachtwelt Weiße Wiek Edzard Plath auf das neue Jahr an.
Neujahrsempfang Boltenhagen

Rund 200 Gäste kamen am 20. Januar zum Neujahrsempfang des Ostseebades Boltenhagen. Wie viele große Feiern in Boltenhagen fand der Empfang im Ibero-Hotel statt. „Wenn man mit so großen Veranstaltungsräumen gesegnet ist, wird man automatisch zum Teil des Gemeindelebens und das sind wir gerne“, so Hoteldirektorin Miriam Meurer.

Boltenhagen steckt mitten im Umbruch. Gerade erst wurde eine neue Gemeindevertretung und vor allem ein neuer Bürgermeister gewählt: Raphael Wardecki ist erst 28 Jahren alt, von Beruf Bestatter und auch als Bürger in der Gemeinde noch sehr neu. Sein Start ins Amt war teilweise nicht einfach: Unbekannte zerstachen ihm nach der Wahl die Reifen. Unbeeindruckt davon appellierte er an die Anwesenden, das Miteinander in den Vordergrund zu stellen. Denn das sei, was Boltenhagen so erfolgreich gemacht habe. Und Wardecki zeigte seine Vision auf: „Stellen Sie sich vor, sie gehen durch die Ostseeallee und es ist leise. Sie stehen vor dem Kurhaus und hören und riechen das Meer, keine Autoabgase.“, warb der Grünen-Politiker für eine Verkehrswende in dem Ort, in dem im Sommer wegen starken Verkehrs „Chaos herrsche“.

Dazu passt, dass die Gemeinde in diesem Jahr ihre neue Strandpromenade fertigstellen will. Über 5 Millionen Euro kostet der 2 Kilometer lange Pfahlbau, rund 90 Prozent davon stammen aus EU-Geldern. Durch den Neubau soll auf der alten Strandpromenade ungehinderter Radverkehr ermöglicht und so der Konflikt von Spaziergängern und Fahrradfahrern entschärft werden. Auch Autos will Wardecki nicht komplett verbannen – nur eben besser lenken.

Kurdirektorin Claudia Hörl stand Wardecki zur Seite: Auch sie hoffe, dass politische Grabenkämpfe nachließen und dankte den Mitarbeitern von Bauhof und Kulturverwaltung. Letztere seien nicht nur für die Touristen da, sondern oft auch erste Anlaufstelle für die Bürger.

Landrätin Kerstin Weiss sprach sich in ihrem Grußwort für mehr Respekt für das Ehrenamt aus. Einen entsprechenden Beschluss hatte auch die neue Gemeindevertretung im Dezember 2019 verabschiedet: „Der Ton wird rauer, vor allem in sozialen Medien. Bedrohung und Beschimpfungen sind politische Nicht-Auseinandersetzung“, so Weiss: „Wir als Kreis aber auch das Land und der Bund müssen ehrenamtlich Tätige in solchen Fällen unterstützen und manchmal auch schützen.“

Dem neuen Bürgermeister wünschte sie viel Kraft und Durchhaltevermögen bei seinen Aufgaben, hofft aber auch auf die Mitarbeit der „Alteingesessenen“: „Gemeinsam können Sie das Ostseebad Boltenhagen voran bringen.“, so Weiss: „Mit einem frischen Blick von außen und der Erfahrung derer, die schon lange in der Gemeinde mitarbeiten, können Sie den Neubeginn schaffen. Boltenhagen ist eine Perle der Region.“ Bei Buffet und Getränken, gesponsort von der Kurverwaltung, begannen die Boltenhagener das neue Jahrzehnt.

 

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