Impfstart in Schulen und Kitas in Nordwestmecklenburg

Am Freitag war das mobile Team des DRK im Einsatz

10 Impfdosen sind in einer Phiole des AstraZeneca-Impfstoffes, 110 Impfdosen hatte das DRK dabei.10 Impfdosen sind in einer Phiole des AstraZeneca-Impfstoffes, 110 Impfdosen hatte das DRK dabei.

Über 100 Betreuungspersonen und Lehrkräfte erhielten eine Impfung.


Dienstagabend kam die Nachricht, verkündet durch Landesgesundheitsminister Harry Glawe; Der AstraZeneca-Impfstoff wird für die Prioritätsgruppe 2 der Impfreihenfolge freigeben. Zuerst sollten in dieser nun die Grundschul- und Förderschullehrer sowie Erzieherinnen und Erzieher in Kindertageseinrichtungen geimpft werden – die Rufe danach waren nach der schrittweisen Rückkehr zum Präsenzunterricht und der Aufhebung der Notbetreuung in den Kitas immer lauter geworden. Danach sollen weitere Lehrkräfte und andere Personen aus Prioritätskategorie 2 folgen.
Noch Freitag sollten nach dem Willen des Ministers die ersten mobilen Teams mit diesen Impfungen beginnen.
Auch in Nordwestmecklenburg starteten sofort die Vorbereitungen: Über die Fachdienste Jugend und Bildung fragt das Team des Impfzentrums derzeit Impfbereitschaften in Schulen und Kindertageseinrichtungen ab, um die benötigten Impfstoffmengen berechnen und Termine planen zu können.
Als Erstes fand am Freitag eine groß angelegte Impfaktion in der Mosaikschule in Grevesmühlen statt, einer Schule mit Förderschwerpunkt geistige Entwicklung mit einer Kindertagesstätte auf demselben Gelände. Beide werden vom Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg betrieben – einem großen Anbieter für Kinderbetreuung in der Region. So kamen bei nur einem Termin 104 Impfwillige aus verschiedenen Einrichtungen der Diakonie zusammen, die nach der aktuellen Regelung impfberechtigt sind.

Das DRK Nordwestmecklenburg stellte ein fünfköpfiges Impfteam mit zwei Ärzten, um die diese große Anzahl an Impfwilligen in zwei eingerichteten Impfstraßen in der Aula der Schule zu impfen. Dr. Hans-Jürgen Wehr und Dr. Roland Leibold sind eigentlich beide schon im Ruhestand, hatten sich dem DRK aber freiwillig als Unterstützer in der Krise angeboten.
Der Vorstandvorsitzende des DRK-Kreisverbandes Ekkehard Giewald hatte seine Kollegen zum Termin begleitet.

Landrätin Kerstin Weiss dankte ihm und seinen Mitarbeitern:
„Ich danke dem DRK Nordwestmecklenburg, das sich wieder einmal als zuverlässiger Partner erweist. Nordwestmecklenburg hat heute mit der Impfung von Lehrern in Grundschulen und Förderschulen sowie von Erziehern in Kitas begonnen. Darüber freue ich mich sehr. Die Mitarbeiter in Schulen und Kitas leisten täglich sehr gute Arbeit und das unter derzeit sehr schwierigen Bedingungen. Jede Impfung in den Schulen und in den Kitas sorgt mit dafür, dass die Einrichtungen aufbleiben, Schüler wieder regelmäßig zur Schule gehen und Kitakinder wieder kontinuierlicher betreut werden können. Deshalb wollen wir in NWM bis Ostern allen Lehrern in Grund-und Förderschulen und allen Kitaerziehern sowie Tagespflegepersonen ein Impfangebot unterbreiten. Geimpft wird in den Impfzentren und mit mobilen Impfteams. Für Anfang der kommenden Woche können bereits Termine über die Landeshotline gebucht werden“, so Kerstin Weiss: „Der Silberstreif am Horizont rückt näher, nur bis dahin müssen wir alle noch eine Weile durchhalten und dürfen vor allem bei der Einhaltung der Maßnahmen nicht nachlässig werden. Die Inzidenzen, auch in Nordwestmecklenburg, steigen derzeit wieder an.“

Ekkehard Giewald sprach als Geschäftsführer des DRK von der großen anstehenden Aufgabe: „Wir haben 110 Impfdosen dabei, 104 Personen sind angemeldet. Für die restlichen 6 haben wir Nachrücker, wenn alle Dosen  ohne Verlust aufgezogen werden können. Ich rechne damit, dass wir in den frühen Abendstunden fertig sind. Und wir sind darauf eingestellt, das unsere mobilen Kräfte jetzt die nächsten Wochen kontinuierlich im Einsatz sind.

Zum Startschuss für diese neue Phase der Impfungen war auch die Presse anwesend und ließ sich von Landrätin Kerstin Weiss und Impfmanager Tom Brose über das weitere Vorgehen aufklären.
„Neben den mobilen Impfungen durch das DRK richten wir in Wismar und Grevesmühlen auch jeweils eine eigene Impfstrecke für Lehrer und Erzieher mit dem AstraZeneca-Impfstoff ein. Diese sollen erstmals am Mittwoch dem 10. März ihren Betrieb aufnehmen. Nur mit mobilen Teams sind diese Impfungen nicht machbar, deshalb fahren wir zweigleisig. Wir laden Lehrer und Erzieher herzlich ein, sich über die Hotline des Landes einen Termin bei uns geben zu lassen.“
Die Anmeldung für die Termine in den Impfzentren ist bereits freigeschaltet und kann über die bekannte Telefonnummer 0385 - 2027 1115 getätigt werden. Zum Impftermin muss dann eine Bescheinigung vom Arbeitgeber mitgebracht werden, um die Impfberechtigung nachzuweisen.

Den schnellen Start am Freitag mit ermöglicht hatte auch die Diakonie im nördlichen Mecklenburg: Sie war gleich nach der Verkündung des Ministers selbst an das Impfzentrum herangetreten.
Geschäftsführerin Kirsten Balzer selbst anwesend war und den Termin begleitete:
„Ich freue mich, dass sich unsere Mitarbeitenden aus Kitas, Schulen und anderen Betreuungseinrichtungen für Kinder nun impfen lassen können. Und ich bin dankbar, dass das Diakoniewerk im nördlichen Mecklenburg Ort des Startschusses der Impf-Aktion des Landkreises ist. Durch die Impfung erhalten die Mitarbeitenden Sicherheit für ihre wichtige Arbeit – und schützen dadurch auch die Menschen in ihrem Umfeld.“, so Balzer: „Jetzt hoffen wir natürlich, dass die Impf-Möglichkeiten weiter voranschreiten, damit immer mehr Menschen ein konkretes Impfangebot erhalten können. Es gibt immer noch viele weitere Arbeitsbereiche, auch im Diakoniewerk, in denen die Mitarbeitenden dringend auf ein solches warten.“

Besonders bemerkenswert, das stellten mehrere Teilnehmer am Termin fest, ist die hohe Impfbereitschaft: Während im Dezember bei den ersten Impfungen in Pflegeheimen noch viele Beschäftigte skeptisch gewesen seien, gebe jetzt kaum noch Pflege- und Betreuungskräfte die keine Impfung wollten.

Kathy Wienecke leitet die Kita Am Tannenberg und ließ sich für die Presse bei ihrer Impfung ablichten. Sie konnte das aus der Praxis bestätigen: „Bei uns in der Kita lassen sich alle impfen. Das führe ich auch auf die gute Aufklärung durch die Ärzte zurück. Das wurde in der letzten Zeit gute Arbeit geleistet, um die Menschen zu überzeugen.“, erzählt sie: „Ich bin erleichtert über die erste Impfung und viele meiner Kolleginnen auch. Wir haben ja auch eine Verantwortung für die Kinder oder die betreuten Menschen und ich fühle mich so ein großes Stück sicherer.“