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Unterwegs mit der Landrätin

Emil (14) begleitete Kerstin Weiss einen halben Tag lang

Gut gelaunt trotz Schneeregen: Landrätin Kerstin Weiss und Schwedenquizgewinner Emil Hoch (14) beim Vor-Ort-Termin bei Cramon. ©Landkreis NWM

Emil (14) begleitete Kerstin Weiss einen halben Tag lang

Am Mittwoch (12. Februar) hatte die Landrätin Besuch von Emil Hoch. Emil ist 14 und hatte beim Schwedenquiz der Wismarer Stadtbibliothek zum Schwedenfest „Einen halben Tag mit der Landrätin“ gewonnen.

Den Preis konnte sich Emil aussuchen – dass er dabei den Besuch bei Nordwestmecklenburgs oberster Verwaltungschefin gewählt hat, ist kein Zufall: „Ich interessierte mich einfach dafür, wie es so ist, eine Verwaltung zu leiten. 2018 hatte ich auch beim Schwedenquiz gewonnen und mir damals den Besuch bei Wismars Bürgermeister Thomas Beyer ausgesucht.“, erzählt der Schüler.

 

 

Bei Wind und Wetter durch den Landkreis

Los ging es für Emil in der Kreisverwaltung in Wismar. Von dort startete er mit dem Dienstwagen der Landrätin Richtung Grevesmühlen, wo sie dazu stieg.
Auf der Fahrt konnte Emil Kerstin Weiss die ersten Fragen stellen: Was sind die Aufgaben einer Landrätin, wie lang sind die Tage und wie kriegt man alle Termine unter einen Hut? Und macht der Beruf Spaß?
„Ich habe ja schon vorher lange in der Verwaltung gearbeitet und wusste, worauf ich mich einlasse.“, erklärt ihm die Landrätin: „Es wird auf jeden Fall nie langweilig. Viel Zeit bleibt aber nie übrig. Auch mein Tag hat nur 24 Stunden.“
Dass eine Landrätin auch wetterfest sein muss, kann Emil dann gleich feststellen: Zum Baubeginn an der Brücke Cramon gibt es einen Vor-Ort-Termin. Bei Schneeregen und eiskaltem Wind warten Landrätin, Fachdienstleiter, Gemeindebürgermeister und Pressevertreter an der Baugrube mitten in einer Moorlandschaft auf Landesverkehrsminister Christian Pegel. Der Minister bringt einen Förderbescheid für den Brückenbau mit. Pressefoto direkt an der Baustelle: Ein Minister, Landrätin, Bürgermeister… und Emil. Er hält tapfer den Regenschirm.
„Manchmal ist mein Auto auch ein halber Kleiderschrank. Wenn man nach so einem Termin völlig aufgeweicht ist oder Schlamm an den Schuhen hat, kann man danach ja so nicht auf einem Empfang auftauchen.“, erzählt ihm die Landrätin auf dem Rückweg zum Auto.

Zurück ins Warme

Ob er mal selbst in die Politik will, fragt ihn Kerstin Weiss im Auto: „Früher habe ich meiner Mutter mal erzählt, dass ich Bundespräsident werden will, damit zieht sie mich bis heute auf.“, so Emil.
Heute gehen seine Berufswünsche aber eher in den sozialen Bereich: Er will einmal Kindergärtner oder Sozialpädagoge werden und in der Region bleiben. Sehr willkommene Zukunftspläne: „Solche jungen Leute wie Dich brauchen wir.“, freut sich Kerstin Weiss: „Im Bereich Betreuung und Erziehung sucht der Kreis immer nach Fachkräften. Mit diesen Plänen hast Du hier eine gute Zukunft.“

Rundgang durch die Malzfabrik

Wieder in der Malzfabrik angekommen, zeigt Landrätin Weiss Emil ihr Büro und schildert ihm bei einem heißen Früchtetee, wie ihre Verwaltung aufgebaut ist: „Wir sind für all das zuständig, was die Gemeinden nicht alleine bewältigen können. Vom Jugendamt bis Katastrophenschutz.“ Und ganz viele Aufgabenbereiche dazwischen.
Aber er bekommt auch erklärt, dass eine Landrätin nicht alles alleine entscheidet. Emil geht auf das Gerhart-Haupt-Gymnasium in Wismar. „Ob deine Schule saniert wird oder komplett neu gebaut werden soll, das entscheidet nächste Woche der Kreistag. Ich hätte gerne eine Sanierung, das letzte Wort aber haben die Abgeordneten.“, erklärt sie ihm. Emil selbst sieht das ähnlich: Er hätte am liebsten eine Sanierung plus Anbau.
Wie viele Menschen hinter den einzelnen Fachdiensten stecken, zeigt der Rundgang durch die Malzfabrik: Auf 4 Etagen in der ehemaligen Fabrik und auf mehrere Gebäude verteilt, arbeiten hier hunderte Mitarbeiter. Einige davon lernt Emil kennen, direkt beim Besuch in ihren Büros. Sie erklären kurz ihre Tätigkeitsbereiche.
Gegen Mittag geht es in die Kantine der Malzfabrik: Dort gibt es heute Nudeln mit Wurstgulasch. Gemeinsam mit der Landrätin verputzt Emil einen Teller und bekommt von ihr noch ein Geschenk mit: einen Kinogutschein für ihn und eine Begleitung.
Aber auch so hat sich der Tag gelohnt, denn Emil hat viel über die Arbeit einer Kreisverwaltung gelernt. Ganz freiwillig und auch noch in den Ferien.

© Christoph Wohlleben E-Mail

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