Ärztemangel bekämpfen

Gesundheitsamt entwickelt gezielte Maßnahmen

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Amtsarzt Saban Omer Oglou wirbt für Standort Nordwestmecklenburg


Der Ärztemangel auf dem Land ist längst auch in Nordwestmecklenburg angekommen. Um dem entgegenzuwirken, entwickelt das Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg gezielte Maßnahmen. In diesem Zusammenhang hat in diesen Tagen auch der erste Medizinstudent eine geteilte Famulatur im Gesundheitsamt absolviert. Im Kurzinterview erklärt Nordwestmecklenburgs Amtsarzt Saban Omer Oglou, worum es geht und warum medizinisches Fachpersonal sich in Nordwestmecklenburg niederlassen sollte.

 

Geteilte Famulatur, also ein geteiltes Praktikum, für Medizinstudenten: Was soll das, was darf sich der Laie darunter vorstellen?

Eine Famulatur ist ein verpflichtendes Praktikum im Medizinstudium. Studierende sollen dabei über mehrere Wochen praktische Einblicke in die ärztliche Tätigkeit gewinnen und den Alltag im Gesundheitswesen kennenlernen. Bei einer geteilten Famulatur absolvieren Studierende ihre Praktikumszeit nicht nur an einem Ort, sondern in zwei unterschiedlichen Einrichtungen – zwei Wochen in einer Arztpraxis oder in einer Klinik und zwei Wochen im Gesundheitsamt. Gerade im ländlichen Raum soll damit gezeigt werden, wie vielfältig medizinisches Arbeiten sein kann.

Inhalt des Praktikums ist hoffentlich nicht Kaffee kochen oder den Kopierer zum Glühen bringen?

Die Famulatur ist ausdrücklich kein „Kaffee-kochen-Praktikum“. Studierende sollen von der Teilnahme an Patientengesprächen und Untersuchungen über das Mitwirken bei Diagnostik und Behandlungsabläufen bis zur Mitarbeit bei präventiven Aufgaben des Gesundheitsamtes aktiv in den Arbeitsalltag eingebunden werden. Ziel ist es, medizinisches Wissen aus dem Studium in der Praxis anzuwenden und den Alltag eines Arztes in einer Arztpraxis, einer Klinik oder im Gesundheitsamt kennenzulernen.

Wie profitiert der Landkreis davon?

Kurz gesagt: hoffentlich am Zuzug möglichst vieler Nachwuchs-Mediziner. Denn zahlreiche Studien belegen, wer die Region kennt und sich hier wohlfühlt, kommt später eher zurück, um eine Praxis oder eine reizvolle Tätigkeit in einer Klinik zu übernehmen. Deshalb wollen wir den Studierenden schon früh zeigen, dass die ländliche Medizin hier in unserem schönen Landkreis sehr attraktiv und abwechslungsreich ist.

Nennen Sie drei konkrete Gründe, warum frischgebackene Ärzte sich in Nordwestmecklenburg niederlassen sollten!

Erstens: Hoher Bedarf und gute Perspektiven. Viele ältere Ärzte gehen in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Für junge Mediziner entstehen dadurch hervorragende Möglichkeiten für eine Praxisübernahme.

Zweitens: Hohe Lebensqualität. Nordwestmecklenburg bietet eine attraktive Lebens- und Arbeitsumgebung mit Ostseenähe, viel Natur, moderaten Lebenshaltungskosten und guter Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Und all das nur einen Steinwurf von den Metropolen Hamburg, Schwerin und Rostock entfernt.

Und drittens: Umfangreiche Unterstützung der Nachwuchskräfte. Der Landkreis Nordwestmecklenburg, die Kommunen, regionale Kliniken, Arzt- und Zahnarztpraxen sowie zahlreiche Gesundheitsnetzwerke unterstützen in Kooperationen mit vielen Partnern junge angehende Ärztinnen und Ärzte durch individuelle Förderprogramme. Und nicht zuletzt unterstützt unser Welcome Service Center beispielsweise bei der Suche nach geeignetem Wohnraum oder aber einem Kindergartenplatz.

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