Der Jahresempfang des Landkreises
Nachbericht für den NORDWESTBLICK
Am 31. August fand in der Wismarer Markthalle der Jahresempfang des Landkreises Nordwestmecklenburg statt – dort hatten bereits 2020 unter verschärften Pandemiebedingungen die Ehrungen stattgefunden. Weil die Halle sich besonders gut für die Einhaltung der nötigen Hygieneregeln bewährt hatte, entschied man sich in diesem Jahr für eine erneute Nutzung des Standortes in der Kreisstadt.
Musikalisch begleitet wurde der Abend erneut von Musikern der Kreismusikschule „Carl-Orff“.
Aufgrund der entspannteren Corona-Situation Ende August konnte dabei auch ein Vorhaben aus dem letzten Jahr umgesetzt werden: Die Wehrführer aller Feuerwehren im Landkreis sowie Vertreter des THW und anderer Katastrophenschutz-Organisationen waren zum Empfang geladen worden, auf dem die Ehrung des Ehrenamtes im Mittelpunkt steht. Vor rund 120 Gästen hob Landrat Tino Schomann die Leistungen der Wehren besonders hervor: „Bei extremen Wettereignisse und Katastrophen steht das Ehrenamt mit den freiwilligen Feuerwehren, dem THW und anderen an vorderster Front. Das verdient besonderen Dank und Respekt. Ich sage Ihnen allen die Unterstützung der Kreisverwaltung zu, denn diese haben Sie alle mehr als verdient. Ihr Ehrenamt ist ein fester Bestandteil der Daseinsvorsorge in ganz Deutschland und auch bei uns.“, so Schomann zu den anwesenden Wehrführern und Katastrophenhelfern.
Schomann dankte auch den Soldatinnen und Soldaten der Bundeswehr für die in der Pandemie geleistete Amtshilfe:
„Ohne die Kameradinnen und Kameraden der Bundeswehr aber hätten wir es nicht geschafft. Nicht in den Impfzentren, nicht in den Testzentren und auch nicht im Gesundheitsamt. Es ist sehr beruhigend zu wissen, dass Hilfe da ist, wenn man sie braucht.“
Den zweiten Teil der Eröffnungsrede übernahm Kreistagspräsident Thomas Grote, der auch im Namen der ehrenamtlichen Kommunalpolitik sprach. Er erwähnte wichtige Ziele, die man gemeinsam mit der Kreisverwaltung in Zukunft umsetzen wolle. Darunter eine Modernisierung und Reform des Nahverkehrs. „Wir wollen Angebote schaffen, die mit modernen Mittel die Netzabdeckung auch abseits der Hauptstrecken verbessern. Der Ausbau der Radwegeinfrastruktur ist ein weiteres wichtiges Ziel.“, so Grote. Doch dafür brauche die Kreispolitik auch entsprechenden Spielraum, diesen Aufruf richtete der an die Politik in Land und Bund: „Vergessen sie bitte die kommunale Ebene nicht. Sorgen Sie mit kluger Aufgabenverteilung und Programmen dafür, dass den Landkreisen finanzielle Gestaltungsspielräume erhalten bleiben und wir diese auch für die Gemeinden vor Ort erhalten können – auch wenn die Zeiten schwieriger werden. Das ist das beste Mittel gegen Politikverdrossenheit.“
Ehrennadeln verliehen
Im Wechsel verliehen Landrat Tino Schomann und Kreistagspräsident Thomas Grote fünf Ehrennadeln des Landkreises. Die Ausgezeichneten bildeten ein weites Spektrum des Ehrenamtes in Nordwestmecklenburg ab:
Gunda Lemcke, Wismar
Gunda Lemcke wurde für die langjährige Tätigkeit im Verein KASO e.V. ausgezeichnet. Dort kocht sie, gibt Handwerkskurse und unterstützt den Verein auch sonst in allen Aktivitäten. „Kaso ist mein Leben“, sagt sie über sich selbst und verbringt täglich an die sechs Stunden im Haus des Vereins in der ABC-Straße in Wismar.
Heidrun Lange, Neu Degtow
Als Vorsitzende des Behindertenverbandes e. V. Grevesmühlen hat Frau Lange sich in vielfacher Weise um die Belange von Menschen mit Behinderung verdient gemacht. Sie ist unter anderem maßgeblich für die Angebote der Begegnungsstätte in Grevesmühlen verantwortlich und sorgte 2018 für die Einrichtung einer EUTB-Beratungsstelle dort. Daneben setzt sie ihren Sachverstand ein, um schon in der Planungsphase von Bauvorhaben oder auch nach ihrer Fertigstellung die Barrierefreiheit zu sichern. Sie ist außerdem im Behindertenbeirat des Landkreises aktiv.
Detlef Bolte, Grambow
Als begeisterter Imker ist Detlef Bolte maßgeblich dafür verantwortlich, dass Grambow in den letzten Jahren zum „Dorf der Biene“ wurde und auch den Titel „Bienenfreundlichste Gemeinde in Mecklenburg-Vorpommern“ trägt. Auch sonst ist er seit Jahrzehnten in vielen Funktionen in der Gemeinde aktiv und auf seine Initiative gehen zahlreiche Projekte zurück, die das Gemeindeleben bereichern.
André Schliemann, Dorf Mecklenburg
André Schliemann engagiert sich seit 1996 in beispielhafter Weise im Ortsverband Wismar der DLRG – darunter als Gruppenführer der örtlichen Wassergefahrengruppe, als Ausbilder und Prüfer, im Vorstand und in der Verantwortung für den Bereich Katastrophenschutz und Bootswesen. Daneben unterstützt auch Veranstaltungen wie das 12-Stunden-Schwimmen und das Wismarbucht-Schwimmen.
Dr. Gerhard Schotte, Gadebusch
Herr Dr. Schotte ist ein „Ur-Gadebuscher“ und hat sich mit einer Vielfalt bürgerlichen Engagements um seine Stadt verdient gemacht. Er war unter anderem Organisator der erfolgreichen Veranstaltung: „Pferde und Klassik", bereichert die Stadt als Künstler und Kunstförder, gibt sein historischen Wissen bei Führungen weiter und engagiert sich für die Kirche Gadebusch genauso wie für das Schloss. Dabei schafft er es, viele Mistreiter mit seiner Begeisterung anzustecken und sie zu motivieren.
Umweltpreis geht nach Neuenhagen
Der Umweltpreis des Landkreises ging in diesem Jahr an Elke Hohls aus Neuenhagen, die leider nicht persönlich anwesend sein konnte.
Sie engagiert sich seit vielen Jahren erfolgreich für den Naturschutz und die Umweltbildung im Bereich der Ostseeküste des Klützer Winkels. Sie ist Gründerin des Vereins „Naturraum Klützer Winkel e. V.“ Seit 2016 organisiert sie den Betrieb der Naturstation Fischerkaten.
Laudator Jörg Haase listete ihre umfangreichen Verdienste um die Natur, den Arten- und den Küstenschutz auf: „Ob die Betreuung von Seeadlerhorsten, die Beringung der Jungvögel, die Zählung von Sandregenpfeifern, den Umgang mit Meeressäugetieren, die Mitgestaltung des Fischotter-Monitorings oder auch den Fortbestand von Orchideen, unsere Preisträgerin ist immer dabei, wenn es um den Schutz der Umwelt in unserer Region geht.“ Außerdem lobte ihre zahlreichen Bemühungen um die Umweltbildung und den Ansatz, das Bewusstsein für die Natur bei den Mitmenschen zu stärken.
Nach einem stimmungsvollen musikalischen Finale durch das Blechbläserquintett der Kreismusikschule wurde der Rest des Abends bei angeregten Gesprächen und Grillgut in der gut durchlüfteten Markthalle verbracht.






