Gemeinsame Gesprächsrunde
Fachkräftemangel in der Zahnmedizin
Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg sucht gemeinsam mit Zahnärztinnen und Zahnärzten nach Lösungen
Zahnarztpraxen schließen, verkürzen ihre Öffnungszeiten, verzweifeln an ausufernder Bürokratie und suchen erfolglos nach qualifiziertem Personal: Fachkräftemangel in der Zahnmedizin und chronische zahnärztliche Unterversorgung der Bevölkerung insbesondere im ländlichen Raum sind auch in Nordwestmecklenburg längst angekommen. Um gemeinsam Auswege aus dem Dilemma zu diskutieren und Lösungsansätze zur Verbesserung der Situation zu finden, hatte das Gesundheitsamt Nordwestmecklenburg im Landkreis niedergelassene Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie die Kassenzahnärztliche Vereinigung zu einem Austausch nach Grevesmühlen eingeladen.
„Immer mehr Praxen schließen, als öffnen. Das steigende Durchschnittsalter der Patienten erfordert höheren Behandlungsbedarf. Die Versorgungsquote in Städten wie Wismar mag stimmen, die auf dem Land schon lange nicht mehr“, mahnt Nordwestmecklenburgs Landrat Tino Schomann. Eine Einschätzung, der die Teilnehmerinnen und Teilnehmer der Gesprächsrunde zustimmten und unisono von Versorgungsnotstand im ländlichen Raum, chronischer Überlastung in ihren Praxen und immer mehr bürokratischen Hürden berichteten.
Landrat Tino Schomann: „Wir erleben in der Zahnmedizin eine Erosion, die endlich gestoppt werden muss. Deshalb fordere ich von Bundes- und Landespolitik, über bürokratische Entlastungen für Zahnärztinnen und Zahnärzte nicht nur zu reden, sondern diese auch in die Tat umzusetzen.“
„Um dem Fachärztemangel in der Zahnmedizin zu begegnen, haben das Gesundheitsamt und mehrere ärztliche Kolleginnen und Kollegen bereits über die Möglichkeit der Schaffung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe zur Akquise von Zahnmedizinstudierenden im Rahmen von Praktika nachgedacht“, berichtet Saban Omer Oglou, Fachdienstleiter Öffentlicher Gesundheitsdienst des Landkreises Nordwestmecklenburg.
Organisierte Praktika für Studierende in Kooperation mit verschiedenen Universitäten, eine frühzeitige Einbindung von Zahnmedizinstudierenden in die lokalen Zahnarztpraxen und in den kinder- und jugendzahnärztlichen Dienst des Gesundheitsamtes plus der Erhöhung der Attraktivität des Landkreises Nordwestmecklenburg für Zahnarzt-Nachwuchs wurden während des Austausches in Grevesmühlen als Lösungsansätze zum Ausweg aus der Krise diskutiert.
Als erstes Ergebnis der Auftakt-Gesprächsrunde in Grevesmühlen vereinbarten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer die Planung und Durchführung von Praktika für Studierende der Zahnmedizin.
