Tag des offenen Denkmals in Groß Salitz

Guthaus kann sich über eine großzügige Förderung freuen

Am Sonntag (10.9.) fand zum 30. Mal der bundesweiter Tag des offenen Denkmals unter dem Titel „Talent Monument“ statt und über 200 Denkmäler in Mecklenburg-Vorpommern öffneten Ihren Türen für Besucher. Die offizielle Eröffnung im Landkreis Nordwestmecklenburg fand im Gutshaus Groß Salitz nahe Gadebusch statt.
Ein sehr passender Ort, denn das Herrenhaus wird gerade mit Unterstützung der deutschen Stiftung Denkmalsschutz aufwendig saniert.
Empfangen wurden die Gäste von Susanne Sohayegh – die Musikerin aus Hamburg erwarb die Immobilie 2012. Nach jahrelanger Vorbereitung konnte2021 die Sanierung beginnen.
Viele hätten sie gefragt, wieso ich mir diese große Aufgabe stelle, aber nachdem sie das Haus durch Freunde aus der Region kennengelernt hatte, habe sie sich in das alte Herrenhaus und die Idee es wieder aufblühen zu lassen verliebt, so die Flötistin.

Das lobte auch Landrat Tino Schomann in seinem Grußwort zur Eröffnung: „Historische Bauten wie diese sind ohne Frage erhaltenswert. Aber es braucht auch jemanden, der es tatsächlich macht. Eine solche Sanierung bedeutet viel Arbeit und wird auch zu einer Lebensaufgabe. Diesen Einsatz von Kraft, Zeit und Finanzmitteln kann man nur loben und wertschätzen.“, so Schomann.
Er überreichte der Hausherrin als Gastgeschenk eine Reproduktion eines Gemäldes das Kammerherrin Frau von Langen Neuhof bei Warin zeigt, die Urgroßmutter des der letzten Bewohner des Gutshauses, die den Namen Lützow trugen.
Denn ursprünglich war das Gutshaus 1685 als erster Adelssitz in Mecklenburg nach dem 30-jährigen Krieg als Wohnhaus für die Familie von Lützow erbaut worden und war bis zu deren Vertreibung 1945 eng mit diesem Namen verbunden.
Danach diente es zunächst als Typhus-Krankenhaus und in der DDR-Zeit als Dorfzentrum und Discothek. Auch die neue Besitzerin will das Haus nach seiner Fertigstellung mit Musik- und Kulturveranstaltungen für Besucher öffnen. „Eine Disco wird es aber wahrscheinlich nicht mehr, auch wenn ich das oft gefragt werde.“, scherzt sie.
Die historische Bedeutung des Ortes brachte Unterstützung für die Sanierung: Die Deutsche Stiftung Denkmalsschutz und die Ernst und Gabriele Denert-Stiftung des Münchner Professors Ernst Denert unterstützen bereits 2020 den Projektbeginn.
Zum Tag des offenen Denkmals überbrachte Guido Siebert von der Deutschen Stiftung Denkmalsschutz einen Fördervertrag über mehr als 179.000 Euro für die weiteren Sanierungsabschnitte an die überglückliche Hausherrin. Möglich wurde die hohe Summe durch die Co-Finanzierung der Ernst-Denert-Stiftung, die ihrerseits 100.000 Euro Förderung hinzugibt. Auch Denert selbst war extra für die Feierstunde angereist: „Die persönliche Begegnung mit Frau Sohayegh gab damals den Ausschlag für mich, dass wir diesen Denkmalzweck fördern wollen. Ihre  Leidenschaft und Offenheit haben mich einfach überzeugt.“, so der Stifter.

Bei einer Führung zeigte Architekt Sönke Borgwardt anhand der bereits fertigen Ost-Fassade, was mit dem Gebäude geschehen soll: dort ist die schnöde Backstein-Ummauerung des Fachwerkes bereits wieder durch eine Struktur ersetzt, die der Fachwerkbauweise von 1685 entspricht. Auch die Fenster wurden in historischer Bauweise und mit nach alten Verfahren hergestelltem Glas wiederhergestellt.
Die Genehmigung für den nun geplanten dritten Bauabschnitt der Fassadenfront liegt bereits vor – dennoch wird es noch viel Arbeit für die beteiligten Gewerke, bis das Gutshaus Groß Salitz wieder in neuem alten Glanz erstrahlt.

Am Tag des offenen Denkmals nahmen in Nordwestmecklenburg auch zahlreiche andere historische Stätten teil. Mehr Informationen unter www.tag-des-offenen-denkmals.de 

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