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Geflügelpest in Wismar in einem Fall festgestellt - Bisher wird von einem Einzelfall ausgegangen

03.09.2018
Geflügelpest in Wismar in einem Fall festgestellt - Bisher wird von einem Einzelfall ausgegangen

In einer privaten Hobbytierhaltung in Wismar wurde am Samstag (1.September) vom Amtstierarzt  des Landkreises Nordwestmecklenburg Geflügelpest festgestellt. Nach einer Probennahme am Vortag hatte das Landesamt für Landwirtschaft, Lebensmittelsicherheit und Fischerei (LALLF) bei der eingesandten verendeten Ente einen Befall mit dem hochpathogenem aviärem Influenza-A-Virus des Subtyps H5 bestimmt. Im Geflügelbestand waren in den Tagen zuvor bereits mehrere Enten verendet.

Fall aus privater Hobbyhaltung

In der privaten Hobbyhaltung mit etwa. 130 Tieren musste daher am Samstagabend der gesamte Bestand tierschutzgerecht getötet werden. Die Tierkörper wurden fachgerecht entsorgt, mit den Reinigungs- und Desinfektionsmaßnahmen wurde begonnen.

Veterinäramt beurteilt

Das Veterinäramt hält die Hobbyhaltung und die Umgebung unter Beobachtung. So wurden zur weiteren Bewertung des Infektionsgeschehens Blut- und Tupferproben aus dem Geflügelbestand entnommen. Hieraus können ggf. auch Hinweise darauf gewonnen werden, wie das Virus in den Bestand gelangt seien könnte.

Abstimmung mit dem Land

Nach einer Risikobewertung in Abstimmung mit dem Ministerium für Landwirtschaft und Umwelt MV hat das Veterinäramt des Landkreises von der Einrichtung von Überwachungszonen abgesehen. Es wird derzeit auch noch nicht für erforderlich gehalten, in weiteren Geflügelhaltungen eine Stallpflicht anzuordnen. Hintergrund dieser Entscheidung ist der Umstand, dass in den vergangenen Monaten kein lebendes Geflügel in oder aus dem betroffenen Bestand verbracht wurde. Im Umkreis von einem Kilometer gibt es auch keine weiteren gemeldeten Geflügelhalter. Darüber hinaus liegen dem Landkreis bislang auch keine weiteren Verdachtsfälle oder Hinweise für das Auftreten der Geflügelpest weder aus den Hausgeflügelbeständen noch aus dem Wildvogelbereich vor. Auch wird bei den jahreszeitbedingten hohen Außentemperaturen das Geflügelpestvirus  in der Regel schnell inaktiviert. Bislang wird daher von einem Einzelfall ausgegangen.

Der Landkreis fordert jedoch alle Geflügelhalter auf, die geltenden Biosicherheitsmaßnahmen einzuhalten. Hiermit soll der direkte Kontakt von Hausgeflügel zu Wildvögeln vermieden werden. Besonders wichtig ist dies für den Kontakt zu Wasservögeln und Vogelarten, die sich auch von Aas ernähren - Singvögel und Tauben zählen hierzu jedoch nicht. Auch der indirekte Kontakt mit kontaminierten Materialien, z.B. Wasser, Futter, Einstreu und Kleidung, sollte unterbunden werden.

Verhaltensregeln

Der Landkreis fordert Geflügelhalter daher auf, die folgenden Verhaltensregeln einzuhalten:

  • Schützen Sie Ihr Geflügel vor dem direktem Kontakt mit Wildvögeln. Grundstücksteiche und Bäche sind sicher auszuzäunen. Bei der Verwendung von im Freien befindlichen Wasserbecken für die Enten- und Gänsehaltung, sind diese z.B. durch Netze oder durch die Standortwahl ausreichend gegen Wildvögel abzuschirmen.
  • Füttern Sie Ihre Tiere nicht im Freiem, sondern im Stall bzw. an Stellen, die für Wildvögel nicht zugänglich sind. Dadurch soll das Anlocken von Wildvögeln verhindert werden.
  • Tränken Sie Ihr Geflügel nicht mit Oberflächenwasser, verwenden Sie Leitungswasser. Es sollte auch kein Regenwasser von großen Dachflächen aufgefangen und für die Geflügelhaltung verwendet werden. Dies gilt ganz besonders für Orte, an denen sich vermehrt Wildvogelarten aufhalten.
  • Trennen Sie strikt zwischen Straßen- und Stallkleidung, insbesondere das Schuhzeug.
  • Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf.
  • Sichern Sie den Stallbereich gegen unbefugten Zutritt. Halten Sie Hunde und Katzen von den Ställen fern.
  • Lassen Sie plötzliche erhöhte Tierverluste durch einen Tierarzt abklären bzw. informieren Sie das Veterinäramt.

© Wiebke Reichenbach E-Mail

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