Glasfaser-Testbetrieb startet in Klütz
Der erste „POP“ geht mit Testkunden online.
Am Freitag (5.2.2021) stellte das mit dem Breitbandausbau in Nordwestmecklenburg beauftragte Unternehmen WEMACOM in Klütz den ersten so genannten „Point of Presence“ vor, der in Betrieb gegangen ist – ein „Verteilerhäuschen“ für Glasfasteranschlüsse.
Zwar war es noch nicht das ganz große „Lichterfest“, bei dem ganze Landstriche online gehen, aber erste Testkunden surfen nun bereits mit Lichtgeschwindigkeit. Die Testphase will die WEMACOM nutzen, um die Technik mit Stresstests und verschiedenen Szenarien auf Herz und Nieren zu prüfen.
„Diese Testphase dauert einige Wochen und ist ein wichtiger Baustein und letzter Schritt vor der eigentlichen Inbetriebnahme“, erklärt WEMACOM-Geschäftsführer Volker Buck.
Eigentlich wollte man mit dem Breitbandausbau schon viel weiter sein, aber auch die Arbeiten der WEMACOM wurden durch die Corona-Pandemie erheblich verkompliziert und zogen sich so in die Länge.
Geschafft ist dennoch schon viel: 95 Prozent des Trassennetzes sind gebaut und sukzessive gehen die PoP (Points of Presence) nun in den Testbetrieb.
„Seit dem Baustart im April 2019 haben wir mehr als 1.700 Kilometer Trasse im Landkreis Nordwestmecklenburg gebaut und mit fast 4.000 Kilometer Leerrohr ausgestattet. In diese werden mehr als 6.000 Kilometer Glasfasern eingebracht. Das entspricht einer Strecke von Wismar nach Gibraltar: hin und zurück“, veranschaulicht Volker Buck, Geschäftsführer der WEMACOM, die Dimensionen des geförderten Breitbandausbaus. „Der Breitbandausbau ist ähnlich komplex wie die Organisation eines modernen Straßennetzes. Solange nicht alle Autobahnen und auch Umgehungsstraßen frei und fertig gebaut sind, wird der Verkehr nicht reibungslos laufen können“, so Buck. Gemeinsam mit Dr. Roland Finke, Leiter der Stabstelle Wirtschaftsförderung, Regionalentwicklung und Planen des Landkreises. „Auch wenn es im Moment nur um erste Test-Kunden geht, ist dies ein sehr wichtiger Moment.“, so Finke: „Wir haben den Punkt überschritten, an dem tatsächlich schon Licht durch die Leitungen fließt. Nun gilt es diesen Erfolg zu quantifizieren.“
Dennoch sieht auch Volker Buck die Verzögerungen mit ähnlich viel Bedauern wie die Kunden, die sehnlichst auf ihre Anschlüsse warten:
„Eigentlich wollten wir heute schon bei 100 Prozent sein. Unsere Kunden sollten längst surfen. Diesen ursprünglichen Zeitplan konnten wir durch die Auswirkungen der Corona-Pandemie und durch den ersten Lockdown nicht einhalten. Das hatte vor allem etwas mit sehr eingeschränkten Kapazitäten in den Bereichen Steuerung, Planung, Tiefbau und Montage der Hausanschlüsse zu tun. Aber auch andere externe Einflussfaktoren, auf die wir nur bedingt Einfluss haben, spielen immer wieder eine Rolle“, so Volker Buck. Vor allem die zahlreichen und umfangreichen Genehmigungsverfahren würden viel Zeit in Anspruch nehmen – manchmal auch mehr, als geplant. Alleine 1.975 Standortgenehmigungen brauchte es im Landkreis Nordwestmecklenburg für die Kabelverzweiger (KvZ), Multifunktionsgehäuse (MFG) und PoP. Außerdem mussten Genehmigungen für rund 40 Bahnquerungen und etwa 20 Autobahnquerungen eingeholt werden.
Der Testbetrieb des ersten PoP zeigt nun, dass sich der Breitbandausbau auf der Zielgeraden befindet.



