Inzidenz über 100: Landkreis ergreift weitere Maßnahmen

Landrätin Kerstin kündigt erste Schritte gegen die steigenden Inzidenzwerte an

Nachdem die Inzidenz in Nordwestmecklenburg nun den dritten Tag über dem Wert von 100 liegt, informierte Landrätin Kerstin Weiss gemeinsam mit ihren Stellvertretern Mathias Diederich und Ingo Funk heute in der Malzfabrik die Presse über die Situation und das weitere Vorgehen.

„Wir wollen nicht nur reagieren und abwarten, wie sich die Lage entwickelt, sondern werden noch in dieser Woche konkrete Schritte unternehmen“, so die Landrätin.

Die erste ergibt sich aus der neuen Landesverordnung: Bei einem Wert über 100 muss das Gesundheitsamt noch im Einvernehmen mit dem Landesministerium für Gesundheit feststellen, dass es sich um ein „diffuses Infektionsgeschehen handelt“.
Dieses Einvernehmen wird gerade hergestellt, genau wie die entsprechende Allgemeinverfügung, mit der morgen zu rechnen ist. Damit würden dann die Maßnahmen für Landkreise über dem Wert von 100 greifen, wie die z.B. Schließung von Museen, Bibliotheken und Beschränkungen für gemeinsame sportliche Aktivitäten.

Eine wichtige Botschaft: trotz hoher Werte ist der Einkauf im Einzelhandel mit vorheriger Terminanmeldung weiterhin möglich, denn dieser ist an den Landesdurchschnitt gebunden, nicht an die Kreisinzidenz.

„Wir haben jedoch weitere Maßnahmen im Blick“, so die Landrätin.


Drei Schnellteststationen als Zwischenlösung:

Wie die Landrätin mitteilte, hatte Bundesgesundheitsminister Spahn bei seiner vollmundigen Ankündigung, dass es ab dieser Woche Schnelltest für jeden Bürger geben werde, leider völlig vergessen, dass dafür auch eine Struktur aufgebaut werden muss.
Um die Zeit bis dahin zu überbrücken und wenigstens ein begrenztes Angebot als Ersatz schaffen zu können, hat der Landkreis aktuell 10.000 Schnelltests bestellt und wird zunächst drei temporäre Teststationen einrichten, in Zusammenarbeit mit den örtlichen Trägern der Wohlfahrtspflege:
- Ab Freitag soll es auf dem Marktplatz in Wismar ein solches Angebot geben.
- Ab Montag dann auch auf den Marktplätzen in Grevesmühlen und Gadebusch.
„Jedem, der dort hin geht, muss klar sein, dass der Andrang wahrscheinlich groß sein wird. Aber wir hoffen, dass der Bund bzw. das Land nun schnell eigene Strukturen für die Schnelltests aufbauen, die auch langfristig tragbar sind“, bewertet die Landrätin die Situation.

 

Impfen:

Derzeit werden in Impfpriorität 2 vorranging Lehrer an Grund-, Förder- und Sonderschulen sowie ErziehrInnen von Kindertagesstätten und Kindertagespflegepersonen geimpft.  Allen Personen dieser Gruppe soll bis zu den Osterferien ein Impfangebot unterbreitet werden. Dazu befindet sich das Impfzentrum in enger Zusammenarbeit mit den Ämtern und Schulträgern. Geimpft wird auf mehreren Wegen: Personen dieser Gruppen können über die Landeshotline Termine in den Impfzentren in Wismar und Grevesmühlen vereinbaren. Ein mobiles Impfteam des DRK fährt Einrichtungen direkt an, die einen Bedarf beim Impfzentrum anmelden. Als zusätzliche Adressen werden auch die bereits am „Pilotprojekt Impfen“ teilnehmenden Hausarztpraxen wieder als Impfstationen fungieren.


Eigene Terminvergabe:

„Außerdem werden wir uns sehr genau anschauen, wie es mit der Landeshotline für die Impfanmeldungen weiter geht“ so Weiss.
Schon in der vergangenen Woche waren zahlreiche Termine im Impfzentrum nicht belegt worden und mussten in Eigenregie vergeben werden. Und auch in dieser Woche meldet das Land selbst, die Hotline sei überlastet. Anrufer berichten uns von langen Wartezeiten.
Der Landkreis arbeitet deshalb an einer eigenen Lösung, um Termine bald auch selbst zentral vergeben zu können. Sollte sich die Situation an der Hotline nicht bessern, wird diese Lösung zum Einsatz kommen.
„Jeglicher Impfstoff der ankommt, muss auch verimpft werden können. Das ist das Ziel“, betonte die Landrätin.

 

 

Weitere Maßnahmen:

Der Landkreis hat sich außerdem mit den Ordnungsämtern der Ämtern und Gemeinden verständigt, dass diese noch verstärkter die Einhaltung der Maßnahmen kontrollieren. Während in Touristen-Hotspots bereits vermehrt auf unerlaubte Einreise kontrolliert werden, geht es nun vor allem um die Einhaltung von Abstandsregeln und Maskenpflicht. Auch in Bussen soll es vermehrt unangekündigte Kontrollen der Maskenpflicht geben.

 


„Eine Sache können wir aber so gut wie nicht kontrollieren und das ist der private Bereich“, so Kerstin Weiss: „Hier kann ich nur an alle Nordwestmecklenburger appellieren, vernünftig zu sein. Wir alle haben die Pandemie und die Beschränkungen satt, aber wir stellen fest, dass die meisten Infektionsketten durch Kontakte im privaten Bereich entstehen. So werden Infektionsketten unnötig lang.“ Es gelte gerade jetzt, seine Kontakte wo es nur geht weiter zu reduzieren, damit nicht eine Inzidenz von 150 erreicht wird, bei der es zu weiteren und viel härteren Maßnahmen kommen muss, wie Schul- und Kitaschließungen.

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