Gerätewart Gordon Schulz (links) und der Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale Mathias Hacker vor der neuen Schlauchwaschanlage.

NWM wäscht jetzt selber

In der Kreisfeuerwehrzentrale wurde eine eigene Schlauchwaschanlage in Betrieb genommen

Nach langer Wartezeit konnte Ende Februar in der Feuerwehrtechnischen Zentrale in Warin-Waldeck endlich die kreiseigene Schlauchwaschanlage offiziell eingeweiht und der Presse vorgestellt werden.
Vorausgegangen waren Corona-bedingte Lieferverzögerungen der Anlage und dann im Winter 2020 der zweite „Lockdown“. Dafür konnten sich die Landrätin, ihr Stellvertreter Mathias Diederich als zuständiger Fachbereichsleiter, Kreiswehrführer Heinz Hinzmann und der Leiter des Fachdienstes Brand- und Katastrophenschutz Florian Haug nun bei dem Termin über bestes Frühlingswetter freuen. In Waldeck begrüßt wurden sie vom Leiter der Kreisfeuerwehrzentrale Mathias Hacker und Gerätewart Gordon Schulz, der für die Bedienung der Anlage zuständig ist.

In einem Anbau an ein bestehendes Gebäude ist die vollautomatische Anlage SPZ-180 der Firma Bockermann untergebracht. Knapp 178.000 Euro hat der Bau gekostet, 105.000 Euro davon aus einer Sonderbedarfszuweisung  des Innenministeriums, der Rest aus kreiseigenen Mitteln. Anlage und Zubehör schlugen mit knapp 70.000 Euro zu Buche.
Dafür erhält der Kreis eine Anlage, die Schläuche nicht nur innen und außen reinigt, sondern auch auf ihre Dichtigkeit überprüft – das ist so nach jedem Einsatz vorgeschrieben. „Wenn ein Feuerwehrmann ein brennendes Gebäude betritt, ist der Schlauch auch sein Schutz und seine Lebensversicherung, deshalb muss das Material zu 100 Prozent in Ordnung sein.“, so Mathias Hacker.

Seit den 1990er-Jahren wurden die Schläuche aus Nordwestmecklenburg in Schwerin gereinigt, doch die Stadt braucht ihre Ressourcen dafür zunehmend selbst.
„Mit der eigenen Anlage sind wir von den Kosten her auf Dauer wirtschaftlicher, die Wege sind kürzer und der Service für unsere Wehren ist besser.“, erklärt Brandschutz-Fachdienstleiter Florian Haug.

Auch im Einsatz ein konkreter Vorteil, wie Kreisbrandmeister Heinz Hinzmann von den letzten größeren Einsätzen berichtet: „Seit die Anlage im Einsatz ist, können wir Schläuche auch am Einsatzort tauschen und schnell wieder anliefern, so zum Beispiel bei dem großen Hausbrand in Grevesmühlen im Februar.“
Rund 150 Schläuche überprüft und wartet Gerätewart Gordon Schulz  hier jetzt pro Woche. „Spezialschläuche von Feuerwehre erhalten einen Barcode und ihre Wehr dadurch jederzeit zuzuordnen.“, erzählt Schulz: „Dadurch kommt kein Material mehr weg oder wird irrtümlich an die falsche Wehr zurückgegeben.“ Die Schläuche werden nach der Reinigung in der Anlage eine Minute lang mit 6 Bar Wasserdruck gefüllt und von Schulz auf Herz und Nieren geprüft, notfalls geflickt, gekürzt oder ausgemustert.
Von den Standard „Bl-Schläuchen“ hält die Feurwehrtechnische Zentrale des Landkreises außerdem knapp sechs Kilometer Reserveschlauch vor.
Der Landkreis unterhält zwar selbst keine eigenen Feuerwehren, aber er unterstützt die freiwilligen Feuerwehren im Landkreis auf vielfältige Art. Neben der Förderung bei Beschaffungen ist die Kreisfeuerwehrzentrale mit ihren technischen Einrichtungen und Schulungsangeboten dafür der zentrale Baustein.

 

Zurück Nach oben Drucken Notfall