Epitaph wird restauriert
Bei der Sanierung der „Goethe-Schule“ in Wismar gab es einen weiteren historischen Fund
Dass sie an einem geschichtsträchtigen Gebäude arbeiten, wird den Mitarbeitern der sanierenden Firmen nicht nur jedes Mal klar, wenn sie die Goethe-Schule in Wismar betreten. Auch im Innern des einstigen „Schwarzen Klosters“ finden sich immer wieder historische Zeugnisse, die archäologisch aufgearbeitet werden müssen – zuletzt im Sommer 2020 eine Reihe von menschlichen Gebeinen aus dem 13. bis 19. Jahrhundert, denn das Klostergelände diente auch als Grabstätte.
Bei Arbeiten an der Gründung kam in der ehemaligen Kapelle nun ein weiterer unerwarteter Schatz zum Vorschein, den der Landkreis gemeinsam mit der Denkmalpflegebehörde der Hansestadt der Presse präsentierte:
Unter dem gemauerten Fußboden, eingelassen in eine zweit Schicht aus Ziegelsteinen, wurde ein Epitaph gefunden – ein Grabdenkmal das wohl einmal an der Wand der Kapelle stand.
Es erinnert es den 1717 verstorbenen Wulf Christoph von Blankensee – über ihn ist bislang bekannt, dass er mindestens ein Jahr lang zur Schwedenzeit Stadtkommandant des besetzten Wismars war.
Das Stadtarchiv Wismar forscht nun dazu und sucht weitere Belege über das Leben des geehrten, dessen Grab laut Inschrift nur „7 Schritte entfernt liegt“ und das wohl für die Sanierung der Schule nicht angetastet werden muss – sollte es denn noch vorhanden sein.
Die Platte wird nun geborgen und restauriert. Ein paar große Löcher müssen dabei geflickt werden, denn für die Gründung eines Sportgeräts waren – wohl in Unkenntnis- vor Jahren Gründungspfähle genau hier durch den Fußboden getrieben worden.
Danach erhält sie einen Platz in einem der Treppenhäuser der Schule und ist so auch für die Öffentlichkeit sichtbar als Beleg für die lange Geschichte des Hauses. Vielleicht kann diese lateinische Grabinschrift sogar als anschauliches Lernmittel für den Unterricht genutzt werden.
Die Schülerinnen und Schüler der IGS sind währen der Sanierung in einem Containerbau am Friedenshof beschult. Rund 17 Millionen Euro kostet die dringend nötige Sanierung der Schule – rund 9 Millionen Euro davon aus dem Kreishaushalt, der Rest aus verschiedenen Fördertöpfen. Nach einigen Verzögerungen im Baufortschritt ist derzeit geplant, dass die Wiedereröffnung im Sommer 2022 erfolgen kann.
