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Pressemitteilung bezüglich des Streiks bei der NAHBUS GmbH

29.04.2016

Als Gesellschaftervertreterin der NAHBUS GmbH, einer 100%igen Tochter des Landkreises, möchte ich gegenüber der Presse Folgendes erklären: 

Zwischen unserer Nahbus GmbH und ver.di sind Tarifverhandlungen geführt worden. Diese waren notwendig, da die bisherige Vereinbarung zum Ende des Jahres 2015 ausgelaufen ist. In vielen Bereichen konnten Einigungen erzielt werden. Lediglich in drei Punkten sind Nachverhandlungen vorgesehen, die auch kurzfristig anberaumt werden sollten. Wir hätten gern zunächst mit Ver.di gesprochen. Stattdessen hat die Gewerkschaft sehr kurzfristig und an einem Abiturprüfungstag einen Warnstreik durchgeführt. Das ist für uns völlig unverständlich. 

Wir halten das – gerade mit Blick auf die Abiturienten – für unverantwortlich.

Ein wesentlicher Punkt für die Nachverhandlung ist die Frage eines Krankengeldzuschusses. Bisher wurde dieser durch den Haustarifvertrag bei Nahbus ausgeschlossen. Die Mitarbeiter hatten den gesetzlichen Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall von 6 Wochen und im Anschluss erhalten sie Krankengeld von der jeweiligen Krankenversicherung.

Der Spartentarifvertrag Nahverkehrsbetriebe sieht während des Krankengeldbezuges einen Zuschuss des Arbeitgebers für einen Zeitraum bis zur 26. Woche seit Beginn der Arbeitsunfähigkeit für Beschäftigte vor, die mindestens 6 Monate betriebszugehörig sind. Mit diesem Zuschuss wird die Differenz aus Nettokrankengeld und Nettoentgelt arbeitgeberseits ausgeglichen.

Diese Regelung geht über die Regelung für die Beschäftigten in der Kreisverwaltung hinaus, da diese erst ab einer Betriebszugehörigkeit von 12 Monaten einen entsprechenden Zuschuss bis zur 13. Woche nach Beginn der Arbeitsunfähigkeit erhalten. Ab einer Betriebszugehörigkeit von 3 Jahren erhöht sich die Zuschussdauer für Mitarbeiter der Kreisverwaltung. Um der Ungleichbehandlung der Mitarbeiter entgegenzuwirken, ist aus Sicht des Landkreises dieser Punkt nachzuverhandeln.

Ich fordere ver.di auf, den Streik sofort abzubrechen und an den Verhandlungstisch zurückzukehren. 

Kerstin Weiss
Landrätin 

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