Katrin Patynowski, Tino Schomann und Florian Haug sprachen mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern

Dritte Bürgermeisterkonferenz

Vorbereitung auf Krisenszenarien

Mit etwa 60 Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern aus dem Landkreis hielt Landrat Tino Schomann am Donnerstag (15.12.) im Kreistagssaal in der Malzfabrik Grevesmühlen die dritte Bürgermeisterkonferenz in seiner Amtszeit ab.

Gemeinsam mit seiner ersten Stellvertreterin Katrin Patynowski und dem Leiter des Bevölkerungsschutzes Florian Haug informierte der Landrat die anwesenden Gemeindebürgermeister über aktuelle Themen. Das größte und wichtigste war natürlich die Vorbereitung des Landkreises auf mögliche Gas- oder Energiemangellagen.

„Stand heute stehen wir bei der Vorbereitung gut da, auch dank der guten Zusammenarbeit mit den Amts- und Gemeindewehrführern. Bestellen Sie diesen bitte ausdrücklich meinen Dank.“, so Schomann in seiner Einleitung zu den Bürgermeistern.

Die so genannten Wärmeinseln sollen eine Möglichkeit zum Aufwärmen für Menschen bieten, deren Heizung ausgefallen ist. Leuchttürme hingegen sind Anlaufstellen in den Gemeinden, die man im Falle länger andauernder Stromausfälle aufsuchen kann falls man Hilfe braucht, denn Telefonnetze und damit auch Notrufnummern würden in einem solchen Fall bald nicht mehr funktionieren.

45 Wärmeinseln befinden sich derzeit in Planung. Adresslisten für Wärmeinseln und Leuchttürme sollen Anfang Januar auf der Themenseite des Landkreises www.nordwestmecklenburg.de/de/notfallvorsorge.html sowie in der Januar-Ausgabe des NORDWESTBLICK veröffentlicht werden.
Die Gemeinden werden diese dann, jeweils für ihren Amtsbereich, auch in ihren Schaukästen aushängen und in ihre Amtsblätter aufnehmen.

Detailliert schilderte Bevölkerungsschutz-Leiter Florian Haug den aktuellen Stand der Vorbereitungen: „Wir haben frühzeitig mit der Beschaffung von Generatoren und anderer Ausrüstung begonnen und ich sehe uns schon jetzt gut vorbereitet. Dennoch ist klar: gerade bei einem echten Blackout über einen längeren Zeitraum stehen wir vor einer riesigen Herausforderung. Dann werden wir sehr auf die Mitarbeit der Gemeinden vor Ort und der Feuerwehren angewiesen sein, um eine Notversorgung der Bevölkerung zu gewährleisten.“
Haug appellierte auch an die Bürgermeister, die vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe empfohlene Vorratshaltung für mindestens 10 Tage in ihren Gemeinden zu thematisieren und sich Konzepte zu überlegen. „Wer vorsorgen kann, sollte das unbedingt tun. Eine Rundumversorgung der Bevölkerung kann und wird es in so einem Fall nicht geben. Die besten und pragmatischsten Lösungen können fast immer von den Menschen vor Ort gefunden werden.“

Im Gespräch mit den Bürgermeisterinnen und Bürgermeistern wurde auch klar, dass die Vorbereitungen zwar gut laufen, aber dennoch viele Fragen offen sind. So ist zum Beispiel die Kostenübernahmen für Anschaffungen nicht geklärt – ein Problem vor allem für Gemeinden, die selbst zusätzlich vorsorgen wollen, indem sie beispielsweise zusätzliche Gebäude mit einer Notstromversorgung ausstatten.
„Eigeninitiative aus den Gemeinden ist trotz dieser Unsicherheiten sehr willkommen, aber solange diese Fragen von Landes- oder Bundesebene nicht geregelt sind, können auch wir keine Aussagen treffen, wer am Ende die Kosten übernimmt.“, stellte Landrat Schomann fest.

In den kommenden Monaten soll es auch Schulungen geben, um die Wehren in den Gemeinden noch besser auf die Lage vorzubereiten. Sie werden im Ernstfall die Infrastruktur vor Ort betreiben und auch das Kommunikationsnetzwerk zum Bevölkerungsschutz des Landkreises aufrecht erhalten.

„Das alles sind sehr unerfreuliche Themen und die allerschlimmsten Szenarien haben nur sehr geringe Wahrscheinlichkeiten, dass sie eintreffen. Dennoch müssen wir die Möglichkeiten sehr ernst nehmen und bestmöglich vorbereitet sein.“, so Florian Haug.
Unterstrichen wurde dieser Apell durch den starken Schneefall, durch den sich die Besucher zur Malzfabrik gegeben hatten: nicht nur Mangellagen, sondern auch die Vorbereitung auf „herkömmliche“ Katastrophen seien ein Thema, das bundesweit zu lange aus dem Fokus der Öffentlichkeit verschwunden war, so die Botschaft des Abends.


Neben dem großen Themenblock der Katastrophen-Vorbereitung sprach Landrat Tino Schomann auch über das die Aufnahme von Geflüchteten und eine weitere Gemeinschaftsunterkunft, die im westlichen Teil des Landkreises entstehen soll: „Es kommen sowohl wieder Menschen aus der Ukraine zu uns als auch Asylbewerber aus anderen Teilen der Welt. Ich rufe die Gemeinden noch einmal auf, uns Leerstände und geeignete Immobilien zu melden, damit wir die Menschen nicht in Hallen unterbringen müssen.“
Auch das Thema Finanzen wurde angesprochen. Der zuständige Fachdienstleiter Thomas Fandrich gab einen kurzen Überblick über die Haushaltsplanung und zum Thema Kreisumlage.

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