Gleichstellungsbeauftragte

"Männer und Frauen sind gleichberechtigt.
Der Staat fördert die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frau und Mann und wirkt auf die Beseitigung bestehender Nachteile hin."   (Artikel 3 Absatz 2 Grundgesetz)

Die Gleichstellungsbeauftragte tritt dafür ein, dass dieser Verfassungsgrundsatz umgesetzt wird. Sie arbeiten für die tatsächliche Durchsetzung der Gleichberechtigung von Frau und Mann in allen Bereichen der Gesellschaft und wirken auf die Beseitigung bestehender struktureller Nachteile hin.

Sie hat die Gleichstellung sowohl in der Verwaltungsorganisation zu verwirklichen, wie auch im Bereich der kommunalen Vertretungskörperschaft und im Gemeindegebiet.

Aufgaben und Themen

  • Förderung der regionalen Infrastruktur (u. a. Stadtentwicklung- und Stadtplanung)
  • Familie und Partnerschaft (Vereinbarkeit; Anerkennung der Gleichwertigkeit von Erwerbs- und Familienarbeit; Alleinerziehen)
  • Arbeit (Arbeitsmarkt und Beschäftigung; Berufswahl und Erweiterung des Berufswahlspektrums; Existenzgründung)
  • Soziale Sicherung, Einkommen und Rente
  • Repräsentanz von Frauen im öffentlichen Leben (Wirtschaft, Forschung, Politik)
  • Häusliche und sexualisierte Gewalt; sexistische Werbung
  • Migrantinnen und neu zugewanderte Frauen und Mädchen
  • geschlechterspezifische Gesundheit
  • Behinderung
  • geschlechterspezifische Kinder- und Jugendarbeit
  • geschlechterspezifische Kulturarbeit
  • Aufzeigen von Problemen, Initiieren von Lösungsmöglichkeiten, Entwicklung von Strategien mit dem Ziel, strukturelle Benachteiligungen abzubauen
  • Prüfung von Verwaltungsvorlagen auf ihre Auswirkungen für die Gleichstellung von Frauen und Männern
  • Beteiligung an Personalentscheidungen
  • Zusammenarbeit mit Gremien der Verwaltung, Institutionen, Vereinen, Verbänden, Organisationen etc. auf regionaler und überregionaler Ebene
  •  regionale und überregionale Netzwerkarbeit
  • Presse- und Öffentlichkeitsarbeit (Aktionstage, Flyer, Pressemitteilungen, Umfragen)
  • Organisation von Veranstaltungen (Fachtagungen, Workshops, Seminare,   Diskussionsrunden, Buchlesungen, Ausstellungen)
  • Initiierung, Unterstützung und Förderung von gleichstellungsrelevanten Projekten und Initiativen
  • Information und Beratung Betroffener (Sprechstunden); Weitervermittlung an Fachberatungsstellen.

Internationaler Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen am 25. November

Seit 1990 ist der 25. November Internationalen Aktionstag gegen Gewalt an Frauen und Mädchen, der seit 1999 auch von der UNO offiziell ausgerufen wird. Im Vorfeld dieses Tages setzte am Dienstag (23.11.) Landrat Tino Schomann gemeinsam mit der Gleichstellungsbeauftragten des Kreises Simone Jürß ein Zeichen im Namen des Landkreises Nordwestmecklenburg gegen Gewalt an Frauen. Am jährlichen Hissen der Anti-Gewalt-Fahne vor der Malzfabrik nahmen auch Kreistagspräsident Thomas Grote und seine Stellvertreterin Annett Pahl teil.

Im Mittelpunkt stand dabei der Protest gegen Gewalt, der speziell Frauen oft in der eigenen Häuslichkeit ausgesetzt sind, aber auch andere Gewaltformen wie sexualisierte Gewalt, Frauenhandel und Zwangsprostitution, Zwangsverheiratung oder weibliche Genitalverstümmelung.

Seit 2001 werden die so genannten Anti-Gewalt-Fahnen gehisst. Mittlerweile sind es mehr als 8.500 Fahnen in vielen Ländern der Erde. Auch der Landkreis Nordwestmecklenburg beteiligt sich seit Jahren an der Fahnen-Aktion.

„Gewalttaten gegen Frauen sind auch 2021 in Deutschland leider noch immer keine Einzelfälle, keine Privatsache und schon gar kein Kavaliersdelikt, sondern ein weit verbreitetes Problem, dem wir uns als Gesellschaft entschieden entgegenstellen müssen. Wegsehen ist genau der falsche Weg, denn das hilft den Tätern.“, so Landrat Tino Schomann beim Hissen der Fahne. „Ich kann Frauen, die Opfer von Gewalt werden, nur ermutigen, ihre Situation nicht still zu ertragen, sondern sich Hilfe zu suchen und vorhandenen Angebote zu nutzen.“‘

Der Landkreis Nordwestmecklenburg unterstützt die Arbeit mehrere Hilfseinrichtungen finanziell im Rahmen seiner freiwilligen Leistungen, zum Beispiel das Frauenhaus Wismar und die Beratungsstellen in Grevesmühlen und Schwerin.
Allein die Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt Grevesmühlen half in diesem Jahr bereits 45 Frauen und insgesamt 50 Betroffenen. Ebenfalls insgesamt 50 Kinder waren von den jeweiligen Fällen als Dritte mit betroffen.

„Mehr als die Hälfte der Betroffenen haben sich selbst direkt an die Beratungsstelle gewandt, 28 % wurden durch professionelle Hilfe vermittelt.“, beschreibt Karina Brauer,  Mitarbeiterin in der Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt Grevesmühlen, die Fallkonstellationen.

„Aber auch Angehörige und Bekannte können sich dort Beratung holen, wie sie einen ihnen nahen Menschen aus einer solchen Situation befreien oder ihr helfen können.“, rät Gleichstellungsbeauftragte Simone Jürß.

Kreistagspräsident Thomas Grote und seine Stellvertreterin Annett Pahl unterstrichen mit ihrer Anwesenheit ebenfalls die Aktualität und Wichtigkeit des Themas: „Es ist wichtig darauf aufmerksam zu machen, dass auch noch heute Menschen von Gewalt betroffen sind und dass diese Menschen unsere Hilfe brauchen.“, so Grothe.

Nach dem Hissen der Fahne, die nun mindestens eine Woche vor der Kreisverwaltung wehen wird, motivierte Beratungsstellenleiterin Karina Brauer die Anwesenden auch zur Teilnahme an einer Fotoaktion: Auf einer kleinen Bank mit dem Slogan „Kein Platz für Gewalt gegen Frauen“ nahmen sie nacheinander Platz und zeigten so Gesicht für die Aktion.
Wer es ihnen gleichtun möchte hat dazu noch bis zum 8. März Gelegenheit – dazu muss nur Kontakt zu Frau Brauer von der Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt Grevesmühlen oder zur Gleichstellungsbeauftragen des Landkreises Simone Jürß Kontakt aufgenommen werden, damit eine Fotogelegenheit arrangiert werden kann.

Für Frauen, die von häuslicher Gewalt betroffen sind, gibt es in der Region drei wichtige Ansprechpartner, die Beratungsangebote und Hilfe anbieten:

Gemeinsam wurde die „Fahne gegen Gewalt“ vor der Malzfabrik gehisst von: (von links) Kreistagspräsident Thomas Grote, der stv. Kreistagspräsidentin Annett Pahl, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Simone Jürß, Landrat Tino Schomann und Beraterin Karina Brauer.Gemeinsam wurde die „Fahne gegen Gewalt“ vor der Malzfabrik gehisst von: (von links) Kreistagspräsident Thomas Grote, der stv. Kreistagspräsidentin Annett Pahl, der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Simone Jürß, Landrat Tino Schomann und Beraterin Karina Brauer.

Tätigkeitsberichte

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