Beratungsstelle in Grevesmühlen gesichert
Übergangslösung gefunden
Die Beratungsstelle für Betroffene häuslicher Gewalt wird weiter finanziert.
Lange zitterte der Landkreis Nordwestmecklenburg über das Schicksal der Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt in Grevesmühlen. Diese drohte zum Ende dieses Jahres ihre Türen endgültig zu schließen. Der Grund: finanzielle Engpässe. Nun wird sie durch einen Beschluss des Kreisausschusses doch finanziert werden können.
„Dass eine Lösung gefunden werden konnte, die die Betreuung der Betroffenen von häuslicher Gewalt auch zukünftig sicherstellt, begrüße ich ausdrücklich. Sie ist die einzige Beratungsstelle für diesen Personenkreis in Nordwestmecklenburg und erfüllt eine unverzichtbare Funktion im Landkreis. Daher muss sie unbedingt dauerhaft erhalten werden“, sagt dazu Landrat Tino Schomann.
Nach langwierigen Verhandlungen zwischen dem Fachdienst Soziales des Landkreises Nordwestmecklenburg, Gesprächen mit dem aktuellen Betreiber und dem Justizministerium – zuständig für die Beratungsstelle auf Landesebene – ist nun zwar eine finanzielle Lösung gefunden worden, allerdings möchte der aktuelle Betreiber die Aufgabe nicht weiter betreuen. Der Landkreis hat deshalb eine Übergangslösung gefunden.
„Bis der neue Träger die Beratungsstelle für Betroffene von häuslicher Gewalt übernimmt, wird die Beratung durch einen Mitarbeiter des Landkreises Nordwestmecklenburg sichergestellt. Der Mitarbeiter aus dem Fachdienst Soziales steht dem betroffenen Personenkreis als Ansprechpartner zur Verfügung. Die Kontaktdaten werden auf der Webseite des Landkreises veröffentlicht. Selbstverständlich kann die Beratung ebenfalls durch eine weibliche Person erfolgen“, erklärt Claudia Wendorf, Gleichstellungsbeauftragte des Landkreises Nordwestmecklenburg.
Die Ministerin für Justiz, Gleichstellung und Verbraucherschutz MV, Jacqueline Bernhardt, äußert sich lobend zu der gefundenen Lösung. „Es ist gut, dass wir gemeinsam mit dem Kreis eine Lösung gefunden haben. Die Gespräche mit der Kreisebene waren konstruktiv und erfolgreich. Für die Opfer von Gewalt gibt es keinen Aufschub zur Hilfe, sie brauchen schnellstmöglich Ansprechpersonen, und das ist uns gelungen. Wir als Landesregierung stehen zur Verantwortung und haben in den vergangenen Jahren unsere Zuschüsse für das Hilfe- und Beratungsnetz in Mecklenburg-Vorpommern deutlich aufgestockt.“
Für sofortige Hilfe
Die Notfallnummer 03841 / 283627 des Frauenhauses Wismar ist rund um die Uhr erreichbar.
Außerdem können die Bundeshilfetelefone kontaktiert werden. Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ erreichen Sie unter der 116 016 und das Hilfetelefon „Gewalt gegen Männer“ unter der 0800 1239900.
