Drittimpfungen im Landkreis haben begonnen

Hausärzte fahren Alten- und Pflegeheime an

Gertrud Brötzmann (89) war am 28. Dezember 2020 im Seniorenhaus der AWO in Kalsow eine der ersten Nordwestmecklenburgerinnen, die eine Impfung erhielt. Am 1. September erhielt sie nun von Dr. Fabian Holbe ihre „Booster“-Impfung

Zuerst erhalten Gebrechliche und Personen über 80 Jahren ihren "Booster"


Am Mittwoch, 1. September, haben Hausärzte  in Nordwestmecklenburg mit den Dritt- bzw. „Booster“-Impfungen begonnen.
Nach Freigabe durch die Kassenärztliche Vereinigung verlor Hausarzt Florian Holbe keine Zeit und begann noch am selben Tag mit Impfungen in der Hausarztpraxis Neuburg, die er als Gemeinschaftspraxis mit Dr. Christiane Müller betreibt. Das Ehepaar Elke Witte und Hans-Joachim-Witte sind beide über 80 und waren von Holbe direkt benachrichtigt worden – sie freuten sich, so zeitig ihre Auffrischung zu erhalten.

Gegen Mittag fuhr Dr. Holbe die ersten Pflegeeinrichtungen an.
„Der Fokus liegt auf denen, die als erstes geimpft wurden, bei denen die Impfung also am längsten her ist. Das sind zeitgleich auch die Menschen, bei denen eine Auffrischungsimpfung am stärksten empfohlen wird, weil wir davon ausgehen, dass das Immungedächtnis im Alter schwächer wird.“, so Holbe.
Im AWO-Wohnheim Kalsow traf er dabei auf eine alte Bekannte: Gertrud Brötzmann war damals am 28. Dezember eine der ersten im Landkreis, die eine Impfung erhalten hatte, und war auch im Bild dabei zu sehen. Mit mittlerweile 89 Jahren ließ sich auch bei der Drittimpfung gerne ablichten.
Fabian Holbe war im Dezember 2020 treibende Kraft hinter dem Projekt, frühzeitig die Hausärzte in den Impfbetrieb einzubeziehen. Er organsierte gemeinsam mit dem Impfzentrum und vielen Kolleginnen und Kollegen die Impfkampagne in den Alten- und Pflegeeinrichtungen.
Auch als erstmals das Thema Drittimpfungen aufkam, wurde er schnell tätig und aktivierte sein Netzwerk von damals:
„Ich habe meine Kollegen angefunkt und die meisten waren sofort bereit. Wir betreuen die Pflegeheime und Einrichtungen ja ohnehin in der Regel und führen hier zum  Beispiel auch die Grippeschutzimpfungen durch.“, erzählt Holbe.
Der Unterschied zu damals ist, dass die Hausärzte jetzt komplett eigenständig impfen können und den Impfstoff selbst beziehen, anstatt ihn über das Impfzentrum zugeteilt zu bekommen.

„Auch in den Impfzentren bieten wir nun prinzipiell Drittimpfungen mit dem BioNTech-Impfstoff an.“, so Tom Brose, Impfmanager des Landkreises. Dabei muss allerdings beachtet werden, dass wir den empfohlenen zeitlichen Abstand von sechs Monaten seit der erfolgten Zweitimpfungen nicht unterschreiten werden. Deshalb muss auf jeden Fall der Impfausweis oder ein vergleichbares Dokument mitgebracht werden.“ Auch wenn Senioren für die Drittimpfung der Gang zum Hausarzt empfohlen wird, können sie also prinzipiell die täglichen Impfangebote im Impfzentrum Wismar oder die mobilen Angebote in den Amtsbereichen nutzen.


„Wir bewegen uns in den Herbst und ein starker Impfschutz ist jetzt gerade für unseren älteren Mitbürger wichtig. Ich danke deshalb auch Herrn Holbe und seinen Kolleginnen und Kollegen noch einmal ausdrücklich für ihre Initiative.“, so Landrat Tino Schomann zum Start der Drittimpfungen.

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