Maul- und Klauenseuche in Brandenburg festgestellt
Informationen zu Schutzmaßnahmen
Unser Veterinäramt informiert über das Virus.
Am 10.01.2025 wurde ein Ausbruch der Maul- und Klauenseuche (MKS) bei Wasserbüffeln im Landkreis Märkisch-Oderland in Brandenburg amtlich festgestellt. Entsprechende Bekämpfungs- und Schutzmaßnahmen wurden durch die zuständigen Behörden bereits eingeleitet. Der Bestand und potentielle Kontaktbestände wurden präventiv getötet und es wurden weiträumige Sperrzonen eingerichtet.
Das Nationale Referenzlabor am Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat MKS-Virus vom Serotyp O festgestellt. Nah verwandte MKS-Viren dieses Serotyps kommen im Nahen Osten und Asien vor, der genaue Ursprung und der Eintragsweg in den Tierbestand sind aber auch jetzt nach Kenntnis des Serotyps weiter unbekannt.
Der Fall ist ca. 80 km von der Landesgrenze zu Mecklenburg- Vorpommern entfernt und aktuell sind wir nicht von den Sperrzonen betroffen. Allerdings hat Deutschland durch den Ausbruch den Status „MKS-frei“ verloren. Dies geht mit entsprechenden Handelseinschränkungen einher.
Landrat Tino Schomann dazu: „Eine Verschleppung in unseren Landkreis hätte enorme Folgen für die hiesigen Tierhalter, Molkereien und Schlachtbetriebe, das hat unsere letzte MKS Übung im November 2024 eindrucksvoll gezeigt. Da die Eintragsursache und deren mögliche Verbreitung noch nicht klar definiert sind, müssen alle Klauentierhalter jetzt die Biosicherheitsmaßnahmen für sich bewerten und verschärfen. Betriebsfremde Personen sollten nur unter Einhaltung von Hygieneregeln die Tierhaltung betreten dürfen. Da sich auch Wildklauentiere infizieren können, müssen auch die jagdlichen Aktivitäten dahingehend betrachtet werden. Im Landkreis haben wir ca. 1.400 Klauentierhalter mit ca. 100.000 Schweinen, 40.000 Rindern, 20.000 Schafen und Ziegen."
Die MKS ist eine hochansteckende, akut verlaufende, fieberhafte Viruserkrankung und gehört zu den anzeige- und bekämpfungspflichtigen Tierseuchen. Sie kann alle Klauentiere wie Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Rot-, Reh- und Damwild befallen.
Für den Menschen stellt die MKS keine gesundheitliche Gefahr dar.
MKS verbreitet sich sehr schnell. An MKS erkrankte Tiere leiden in der Regel unter erheblichen Schmerzen. Nicht nur das Aufstehen und Laufen kann zur Qual werden, sondern die Tiere vermeiden wegen Schmerzen im Maulbereich auch das Fressen. Die geringe bzw. fehlende Futteraufnahme schwächt die Tiere zunehmend. So geht bei Milchkühen beispielsweise die Milch drastisch zurück.
In der Europäischen Union gelten für Länder mit MKS-Ausbrüchen strikte Handelsrestriktionen sowohl für lebende Klauentiere als auch deren Produkte. Somit ist ein Ausbruch dieser Tierseuche nicht nur mit Leiden für die Tiere, sondern auch mit erheblichen wirtschaftlichen Einbußen für die Tierhalter verbunden. MKS ist eine der wirtschaftlich folgenreichsten Tierseuchen.
Wie erkennt man die Maul- und Klauenseuche?
Anzeichen für eine mögliche Infektion können sein:
- Störung des Allgemeinbefindens (Fieber, Appetitlosigkeit, Teilnahmslosigkeit),
- Blasenbildung im Bereich der Lippen, des Zahnfleisches und auf der Zunge,
- Blasenbildung im Bereich der Klauen, insbesondere im Zwischenklauenbereich,
- Blasenbildung im Bereich der Euter- und Zitzenhaut sowie ggf. Milchrückgang,
- Vermehrtes Speicheln bei erkrankten Tieren,
- Schmerzen beim Aufstehen und Lahmen beim Gehen (insbesondere Schafe).
In den Blasen ist der MKS-Erreger massenhaft enthalten. Die Blasen reißen nach kurzer Zeit auf und der Inhalt entleert sich. Dadurch verbreitet sich der Tierseuchenerreger schnell weiter. Die Erkrankungsrate liegt in den meisten Fällen bei 100%, die Sterblichkeitsrate bei 2-5 %.
Wie wird die Maul- und Klauenseuche übertragen?
direkt: von Tier zu Tier über Sekrete und Exkrete
indirekt: über Menschen, Fahrzeuge, Milch, Knochen, Häute, Borsten, Fleisch und Fleischerzeugnisse, etc.
Der Mensch kann die Seuche durch nicht gereinigte und desinfizierte Kleidung, Schuhe oder Hände übertragen und weitertragen.
Das Virus der MKS hat eine sehr hohe Widerstandskraft gegenüber der Außenwelt. Im Erdboden, in Abwässern oder Jauche sowie gefroren oder eingetrocknet (in Haaren, Kleidern, Schuhen, Heu, etc.), kann es über Monate bis Jahre überleben.
Zu beachtende Biosicherheitsmaßnahmen:
- Verfüttern Sie niemals Küchenabfälle oder Essensreste an Klauentiere!
- Schützen Sie Ihren eigenen Klauentierbestand, indem Sie alle betriebsfremden Personen, wie z. B. Besamungstechniker, Klauenpfleger, Viehhändler, Tierärzte, Nachbarin oder Besucher, nur in betriebseigener Schutzkleidung den Stall betreten lassen.
- Verzichten Sie zum Schutz der heimischen Klauentiere auf Mitbringsel wie Wurst, Fleisch oder Trophäen von Klauentieren aus dem Urlaub im Ausland.
- Informieren Sie schon bei Verdacht auf MKS Ihren Hoftierarzt oder das Veterinäramt, damit die amtliche Untersuchung eingeleitet werden kann.
- Bei Fragen steht den Tierhaltern das Veterinäramt zur Verfügung (03841-3040- 3901, 3913, k.kempke@nordwestmecklenburg.de, im Notdienst 0385-50000).
Weitere Fachinformationen finden Sie auch unter: www.fli.de/de
Häufig gestellte Fragen zu Maul- und Klauenseuche
Welche Tiere werden von der Maul- und Klauenseuche befallen?
Die Viruserkrankung kann bei allen Paarhufern auftreten (Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Büffel, Waldwiederkäuer). Unter Umständen können auch Giraffen, Elefanten und Kamele infiziert werden.
Ist MKS für den Menschen gefährlich?
Unter den heute üblichen hygienischen Bedingungen wird auch im Falle einer Einschleppung der Maul- und Klauenseuche (MKS) nach Deutschland oder in das benachbarte Ausland keine Gefahr für den Verbraucher von pasteurisierter Milch bzw. von Milchprodukten gesehen. Diese Einschätzung wird auch durch die Erfahrungen aus MKS-Seuchenzügen in der Vergangenheit und im Ausland gestützt. In der Fachliteratur werden einzelne Infektionen beim Menschen beschrieben, die dieser Einschätzung aber nicht widersprechen. Nur bei Personen, die unmittelbaren und intensiven Kontakt zu erkrankten Klauentieren bzw. dem von diesen ausgeschiedenen Virus hatten, kam es in seltenen Fällen zu gutartig verlaufenden Erkrankungen.
Kann weiter Fleisch gegessen und Milch getrunken werden?
Fleisch und Milch können bedenkenlos verzehrt werden.
Können Haustiere an MKS erkranken?
Hunde, Katzen und andere Haustiere können in der Regel nicht erkranken, aber das Virus weitertragen.
Welche Krankheitserscheinungen haben die Tiere?
Das Virus verursacht eine schwere fieberhafte Allgemeinerkrankung. Das Fieber hält nur sechs Stunden bis drei Tage an. Die Tiere beginnen zu speicheln und die Mundschleimhaut rötet sich. An der Innenfläche der Lippen, am Zahnfleischrand, an Klauen und Zitzen bilden sich etwa nussgroße Bläschen. Innerhalb von ein bis drei Tagen platzen die Blasen auf und heilen ab. Die Tiere trippeln und heben die Klauen an um die Schmerzen zu vermindern.
Wie wird Maul- und Klauenseuche übertragen?
direkt: von Tier zu Tier über Sekrete und Exkrete
indirekt: über Menschen, Fahrzeuge, Milch, Knochen, Häute, Borsten, Fleisch und Fleischerzeugnisse, Trophäen als Reisesouvenir, verunreinigte Geräte etc.
Der Mensch kann die Seuche durch nicht gereinigte und desinfizierte Kleidung, Schuhe oder Hände übertragen und weitertragen.
Wie schnell breitet sich MKS aus?
MKS ist eine leicht übertragbare Krankheit mit einer kurzen Inkubationszeit, daher breitet sich die Seuche sehr schnell aus
Wie widerstandsfähig ist das MKS-Virus?
Das Virus der MKS hat eine sehr hohe Widerstandskraft gegenüber der Außenwelt. Im Erdboden, in Abwässern oder Jauche sowie gefroren – auch in Gefrierfleisch – bleibt es lange ansteckungsfähig. Eingetrocknet in Haaren, Kleidern, Schuhen, Heu, etc. kann es über Monate bis Jahre überleben.
Auf hohe Temperaturen (z. B. bei der Pasteurisierung der Milch) reagiert das Virus empfindlich und wird abgetötet, ebenso auf Säure mit einem pH-Wert < 6 und Lauge pH > 9. Bei pH-Werten < 4 oder > 11 erfolgt die Abtötung des Virus innerhalb von Sekunden.
Sterben die infizierten Tiere an der Seuche?
An der Seuche selbst sterben je nach Tierart nur etwa zwei bis fünf Prozent der erkrankten Tiere. Bei jungen Tieren liegt die Sterberate erheblich höher.
In Deutschland und anderen EU-Mitgliedstaaten werden die infizierten Tiere getötet und unschädlich beseitigt.
Was geschieht mit erkrankten Tieren?
Wird MKS bei einem Tier festgestellt, muss der ganze Bestand eines Hofes getötet und unschädlich beseitigt werden, damit die Tierseuche sich nicht weiter ausbreitet.
Verbreitung der Seuche?
Das Virus ist derzeit weltweit verbreitet – mit Ausnahme der EU, Nordamerikas, Australiens und Neuseelands. In Deutschland gab es die letzten Ausbrüche 1987/1988. Eine Einschleppung ist jedoch jederzeit möglich.
Was muss man bei der Einreise nach Deutschland beachten, wenn man in einem Staat, in dem MKS aufgetreten ist, Bauernhöfe besucht hat?
Schuhe und Kleidung sind unbedingt zu reinigen und desinfizieren. Außerdem ist für mindestens eine Woche jeder Kontakt mit Tieren der empfänglichen Arten zu vermeiden. Bei der Einreise werden die Reisenden möglicherweise aufgefordert Schuhe, Kleidung und ggf. Rollkoffer zu desinfizieren.
Informationen bietet auch das Ministerium für Klimaschutz, Landwirtschaft, ländliche Räume und Umwelt M-V: Maul- und Klauenseuche - Regierungsportal M-V
