Saison für Durchfallerkrankungen
Gesundheitsamt gibt Handlungshinweise
Achten Sie auf Händehygiene, um sich vor Magen-Darm-Erkrankungen zu schützen.
Durchfallerkrankungen gehören weltweit zu den häufigsten Infektionskrankheiten. In jüngster Zeit werden auch in Mecklenburg-Vorpommern zunehmend mehr Fälle öffentlich, warnt der Fachdienst Öffentlicher Gesundheitsdienst des Landkreises Nordwestmecklenburg. Besonders in den Sommermonaten wie auch in Wintermonaten wird eine Häufung festgestellt. Und auch nach vielen Auslandsreisen steigt die Zahl. Hotspots sind oftmals Gemeinschaftseinrichtungen wie Kindergärten, Schulen und Pflegeeinrichtungen.
Obwohl die meisten Fälle mild verlaufen, können Durchfallerkrankungen für Säuglinge, ältere Menschen und Personen mit geschwächtem Immunsystem ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko darstellen.
„Unser Fachdienst Öffentlicher Gesundheitsdienst möchte einen Beitrag zur Prävention leisten“, sagt dazu Amtsarzt Oliver Tomke. „Ziel ist es, die Bevölkerung über die wichtigsten Ursachen, Übertragungswege und wirksamen Schutzmaßnahmen aufzuklären.“ Denn viele Durchfallerkrankungen lassen sich durch einfache hygienische Verhaltensweisen und eine bewusste Lebensmittelsicherheit vermeiden.
Um das Risiko einer Infektion möglichst zu vermindern, ist es wichtig, folgende Handlungsweisen zu beachten:
Gute Händehygiene
- Waschen Sie die Hände gründlich mit Wasser und Seife nach jedem Toilettengang, vor der Zubereitung von Speisen und vor dem Essen.
- Achten Sie beim Besuch auf dem Bauernhof oder im Streichelzoo darauf, dass insbesondere Kinder keine Finger in den Mund nehmen oder mit ungewaschenen Händen essen.
- Waschen Sie Ihre Hände nach jedem Tierkontakt oder Kontakt mit Erde mit Wasser und Seife.
Gute Küchenhygiene: Richtiger Umgang mit Lebensmitteln
- Kochen Sie Rohmilch (nicht pasteurisierte Milch) vor dem Verzehr ab.
- Bewahren Sie rohe tierische Lebensmittel stets bei Kühlschranktemperatur auf.
- Lagern Sie rohes Fleisch getrennt von anderen Lebensmitteln und bereiten Sie dieses und erhitzen Sie dieses vor dem Verzehr mindestens 10 Minuten lang auf mindestens 70°C .
- Garen Sie Fleisch vollständig durch.
- Verwenden Sie getrennte Arbeitsflächen und Küchenutensilien wie Brettchen oder Messer für rohe Fleischprodukte.
- Spülen Sie diese anschließend und auch nach Kontakt mit der Fleischverpackung oder Tauwasser gründlich mit warmem Wasser und Spülmittel oder im Geschirrspüler.
- Waschen Sie sich anschließend sorgfältig die Hände mit Seife.
- Waschen oder schälen Sie rohes Gemüse und Obst vor dem Verzehr.
- Lassen Sie Sprossen höchstens bei Zimmertemperatur keimen, lagern Sie diese getrennt von anderen Lebensmitteln, am besten im Kühlschrank und verbrauchen Sie sie möglichst bald.
- Erhitzen Sie Sprossen vor dem Verzehr ausreichend oder waschen Sie diese zumindest immer gründlich.
- Reinigen Sie verwendete Küchenutensilien im Anschluss gründlich und vergessen Sie nicht Ihre Hände zu waschen!
- Menschen mit noch nicht ausgereifter oder geschwächter Immunabwehr wie Kleinkinder, Senioren oder Menschen mit chronischen Grunderkrankungen wie z.B. Diabetes sowie Schwangere sollten Sprossen vorsichtshalber nur nach ausreichender Erhitzung verzehren und auf den Verzehr von Rohwürsten sowie Rohmilchkäse verzichten
Gute Trinkwasserhygiene
- Stellen Sie sicher, dass Sie sauberes Trinkwasser konsumieren.
- Kochen Sie Leitungswasser bei Unsicherheiten ab oder greifen Sie auf Flaschenwasser zurück.
Symptome ernst nehmen
- Kontaktieren sie zeitnah Ihren Arzt, sollten Sie Symptome wie Durchfall, Übelkeit oder Erbrechen verspüren.
- Meiden oder reduzieren Sie in diesem Fall den Kontakt mit Ihren Mitmenschen, um eine Ansteckung zu vermeiden
Information und Prävention
- Bleiben Sie informiert über die aktuellen Gesundheitshinweise und Empfehlungen Ihrer örtlichen Gesundheitsbehörden.
Mehr Informationen finden Sie auch hier: www.infektionsschutz.de.
Schon mit diesen Handlungsweisen kann viel vermieden werden. „Das schützt nicht nur den einzelnen, sondern auch die Bevölkerung im Ganzen. Besonders die gefährdeten Gruppen wie Kinder können also vom rücksichtsvollen Umgang besonders partizipieren“, so Oliver Tomke.
