Unfallkommission NWM beschließt Maßnahmen

Seit 2016 wurde die Zahl der Unfallschwerpunkte erheblich reduziert

Kreisstraße

Am 16. Juni tagte die Unfallkommission des Landkreises Nordwestmecklenburg, um Unfallschwerpunkte auf den Straßen im Landkreis zu bewerten und Maßnahmen z.B. zur Entschärfung von Unfallschwerpunkten zu ergreifen, sowie die Auswirkungen vergangener Maßnahmen auszuwerten.

Im Vergleich zu 2019 hat sich die Anzahl der Unfälle in Nordwestmecklenburg um fast zehn Prozent reduziert. Mussten in 2019 noch 5.552 Unfälle aufgenommen werden, waren in 2020 insgesamt 5.041 Unfälle zu verzeichnen. Erfreulicherweise ist die Anzahl verunglückter Personen sogar um fast 20 % zurückgegangen und beläuft sich in 2020 auf 597. In 2019 waren noch 741 Personen bei Verkehrsunfällen verunglückt. Allerdings wurden auch In 2020 13 Personen bei Verkehrsunfällen getötet. In 2019 waren es zwölf.


„Die Tendenz zeigt, wie wichtig es ist, sich regelmäßig die Ursachen der Unfälle genau anzuschauen und entgegenzusteuern“, erklärt der Hans-Martin Helbig, Fachdienstleiter Ordnung / Sicherheit und Straßenverkehr, den Zusammenhang zwischen Statistik und der Arbeit der Unfallkommission. Ob die Statistik aus dem Jahr 2020 auch von den Corona-Maßnahmen beeinflusst wird, kann er nicht ausschließen: „Vor allem die großen Einschränkungen im Frühjahr und Herbst letzten Jahres haben auch die Mobilität der Menschen reduziert. Das hat sich auch auf die Verkehrsmengen ausgewirkt. Vor allem der Rückgang des Urlauberverkehrs war auf unseren Straßen spürbar“, sagt Hans-Martin Helbig, der auch für die Umsetzung der Corona-Maßnahmen im Landkreis verantwortlich ist.   


Zur Unfallkommission gehören Vertreter der Polizeiinspektion Wismar, des Straßenbauamtes Schwerin mit seinen Straßenmeistereien aus Gadebusch, Wismar und Börzow sowie die Verkehrsexperten aus der Kreisverwaltung.


Der Vorsitzende der Unfallkommission Peter Barkowski zeigt sich zufrieden mit den Ergebnissen aus der letzten Sitzung: „Die Anzahl der Unfallhäufungen konnten wir in den zurückliegenden Jahren deutlich senken. Alle bisherigen Maßnahmen zeigen erkennbar Wirkung, was der guten Kommissionsarbeit zu verdanken ist. Ich bin überzeugt, dass auch die neu beschlossenen Maßnahmen unsere Straßen sicherer machen.“

Die langfristige Entwicklung des Unfallgeschehens auf Nordwestmecklenburgs Straßen bewertet Barkowski so:  „In den vergangenen zwanzig Jahren ist die Anzahl verunglückter Verkehrsteilnehmer erheblich zurückgegangen. Die Anzahl der verunglückten Verkehrsteilnehmer hat sich seit Ende der neunziger Jahre mehr als halbiert. Wir werden die Arbeit in der Unfallkommission weiterhin intensivieren, um den positiven Trend fortzuführen.“

 

In 2016 hatte die Unfallkommission 24 Schwerpunkte als Unfallhäufungen geführt. Diese Zahl konnte in den vergangenen fünf Jahren auf neun auffällige Bereiche reduziert werden. „An vielen Stellen wirken die umgesetzten Maßnahmen, so dass sie nicht mehr als Unfallhäufungsstelle gelten“, so Hans-Martin Helbig.


So gilt der Abzweig nach Lischow auf der Bundesstraße 105 in der Gemeinde Neuburg nicht mehr als Unfallschwerpunkt. Hier kam es in der Vergangenheit vor allem beim Linksabbiegen nach Lischow zu vielen Unfällen mit Verletzten. Im Bereich der Kreuzung wurde die Geschwindigkeit bereits in 2019 auf 70 km/h beschränkt kontrolliert. Zusätzlich wird mit Gefahrzeichen auf Linksabbieger hingewiesen. Hans-Martin Helbig bringt die Wirkung der Maßnahme auf den Punkt: „Im vergangenen Jahr haben sich hier gar keine Unfälle mehr zugetragen, weshalb wir den Vorgang in diesem Bereich schließen konnten.“ Die Geschwindigkeitskontrollen werden an dieser Stelle jedoch aufrechterhalten, um die Wirkung der Maßnahme nicht durch überhöhte Geschwindigkeiten zu gefährden. Die stellt weiterhin die Hauptunfallursache dar, weshalb auch weiterhin regelmäßig Kontrollen im Landkreis Nordwestmecklenburg durchgeführt werden. „Bereits zu wissen, dass regelmäßig und konsequent kontrolliert wird, schreckt viele Autofahrer davon ab, zu schnell zu fahren“, beschreibt Hans-Martin Helbig die Wirkung der Kontrollen.


 Intensiv wurde in der letzten Sitzung auch die Strecke der Bundesstraße 104 zwischen Selmsdorf und der Landesgrenze nach Schleswig-Holstein beraten. Hier gab es in den vergangenen drei Jahren fünf Unfälle mit Verletzten im Kurvenbereich unmittelbar vor Lübeck. Die Kurve wurde nun mit sogenannten Kurvenrichtungstafeln ausgestattet. Auch wurde die Geschwindigkeit auf 70 km/h reduziert. Ob diese Maßnahmen ausreichen, wird die Unfallkommission in ihrer nächsten Sitzung genau analysieren.


„Zum Schluss möchte ich noch meinen besonderen Dank an die Polizeiinspektion Wismar auszusprechen, für die ausgezeichneten Auswertungen des Unfallgeschehens, die mit sehr viel Zeiteinsatz aber auch viel Expertise verbunden ist“, so Mathias Diederich, 1. Stellvertreter der Landrätin.

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