Veterinäramt aktualisiert Warnung

Geflügelpest in Nordwestmecklenburg

Schwäne

Der Landkreis mahnt dringend zur Einhaltung von Verhaltensregeln.


Nach bereits vier bestätigten Fällen von Geflügelpest bei Wildvögeln wurden am zurückliegenden Wochenende über ganz Nordwestmecklenburg verteilt 15 weitere Totfunde gemeldet. Diese befinden sich momentan in der Abklärung. Der Landkreis Nordwestmecklenburg mahnt die allgemeine Bevölkerung dringend zur Einhaltung von Verhaltensregeln und appelliert ausdrücklich an Geflügelhalter zur Separation ihrer Vögel von Wildvögeln.

Sowohl bei den bestätigten als auch den Verdachtsfällen handelt es sich um einzelne verendete Wildvögel, fast ausschließlich Kraniche. „Wir warnen dringend davor, aufgefundene Tiere anzufassen!“ sagt Landrat Tino Schomann. Gleichzeitig bittet er jedoch darum, Totfunde zu melden. Dies sollte über die Meldeadresse veterinaeramt@nordwestmecklenburg.de erfolgen. In Notfällen ist über die Leitstelle Westmecklenburg unter der Rufnummer 0385-50000 der Bereitschaftsdienst der Amtstierärzte erreichbar.

Durch die Infektion sind die erkrankten Kraniche sehr geschwächt, lassen sich auch auf Grundstücken nieder, versterben dort oder versuchen, weiterzufliegen. Die Infektion kann zu Gehirnhautentzündung führen, wodurch die Tiere unkoordinierte Bewegungen tätigen, taumeln und den Kopf verdrehen. Amtstierarzt Dr. Philipp Aldinger: „Das sieht natürlich dramatisch aus. So hart es klingt, aber: Die Natur nimmt da ihren Lauf. Den Tieren kann medizinisch nicht geholfen werden.“

Insbesondere für Hobby- Geflügelhalter geht es nun darum, den direkten und indirekten Kontakt mit infizierten Wildvögeln, deren Ausscheidungen bzw. dadurch kontaminierte Materialien zum Hausgeflügel sicher zu vermeiden. „Wir haben zum Glück sehr verantwortungsvolle Geflügelhalter und daher noch keinen Fall von Geflügelpest in Haltungen zu verzeichnen. Dennoch: Nutzen Sie alle machbaren Möglichkeiten aus. Wird eine Geflügelhaltung jetzt besonders häufig von großen Wildvogelschwärmen überfolgen, dann ist es jetzt eine gute Idee, den Auslauf zu verkleinern oder die Tiere in den Stall bzw. in die Voliere zu holen“, appelliert Dr. Philipp Aldinger an alle Geflügelhalter.

Folgendes müssen Geflügelhalter daher beachten:

  • Verhindern Sie den direkten Kontakt zwischen Ihrem Hausgeflügel und Wildvögeln. Hofteiche sind besonders attraktiv für Wildvögel und stellen die größte Risikoquelle für Infektionen dar. Hier reicht oft schon ein Stockenten-Pärchen als Infektionsquelle für den eigenen Hausgeflügelbestand aus. Daher sind Hofteiche weiträumig auszuzäunen, so dass die eigenen Tiere keinen direkten und indirekten Kontakt zu Wildvögeln haben können.
  • Gehen Sie nicht direkt vom Feld in den Geflügelstall, das könnte einen ungehinderten Eintrag des Virus begünstigen.
  • Tränken Sie Ihr Geflügel nicht mit Oberflächenwasser, zu dem Wildvögel Zugang haben.
  • Füttern Sie das Geflügel nur an Stellen, die für Wildvögel unzugänglich sind.
  • Bewahren Sie Futter, Einstreu und sonstige Gegenstände, die mit Geflügel in Berührung kommen können, für Wildvögel unzugänglich auf.
  • Lassen Sie plötzliche erhöhte Tierverluste durch einen Tierarzt abklären bzw. informieren Sie den Fachdienst Veterinär- und Lebensmittelüberwachungsamt des Landkreises Nordwestmecklenburg.

„Wichtig zu wissen ist, dass unsere Lebensmittelproduzenten, die Geflügel und deren Produkte verwerten, engmaschig durch die Behörden und den Handel kontrolliert werden. Eine Gefahr von beispielsweise Eiern oder Fleisch geht also nicht aus“, erklärt Dr. Aldinger abschließend.

Die aktuelle Risikobewertung und weitere Informationen zur Geflügelpest finden Interessierte auch auf der Homepage des Friedrich-Loeffler-Instituts: https://www.fli.de/de/aktuelles/tierseuchengeschehen/aviaere-influenza-ai-gefluegelpest/

Bei fachspezifischen Fragen stehen die Mitarbeitenden des Veterinäramtes zur Verfügung (03841- 3040 3901). In Notfällen ist über die Leitstelle Westmecklenburg 0385-50000 der Bereitschaftsdienst der Amtstierärzte erreichbar.

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